Vision Transatlantikflug

Kampf um die erste Ost-West-Atlantiküberquerung

Während sich Hugo Junkers nach seinem spektakulären Höhenweltrekord vor Aufträgen kaum retten kann, steht Claude Dornier das Wasser bis zum Hals. Der Zeppelinkonzern hat den Geldhahn zugedreht. Die Abteilung Do erwirtschaftete einfach keine Gewinne.

Ganz auf sich allein gestellt entwickelt Dornier ein neues Flugboot. Er muss dringend Käufer finden.

Erfolg in Spanien

Verzweifelt reist er kreuz und quer durch Europa. Endlich scheint sich das Blatt zu wenden: es gelingt ihm, die spanische Marine zu überzeugen. Sie unterzeichnet einen Vertrag zur Lieferung von sechs Flugbooten des neuen Typs. Dornier tauft das Flugzeug auf den Namen Wal.

Jetzt fließt Geld. Bald ist aus Dorniers kleinem Forschungslabor ein renommiertes Unternehmen von internationalem Ruf geworden. Dornier selbst wird zur Berühmtheit. Bestellungen aus aller Welt treffen ein. Als sich Claude Dornier in Berlin aufhält, wird er zu einem geheimen Treffen gerufen. Er vermutet hinter dem mysteriösen Unbekannten einen Vertreter der Reichsregierung. Man bietet ihm den Auftrag an, ein Riesenflugschiff zu bauen. Es soll der Stolz einer erstarkenden deutschen Luftfahrt werden. Das Flugschiff soll die unvorstellbare Last von 20 Tonnen tragen können.

Eine Nasenlänge voraus

Der unbekannte Auftraggeber verpflichtet Claude Dornier zu absolutem Stillschweigen, denn noch immer gelten die Beschränkungen des Flugzeugbaus durch den Versailler Vertrag. Claude Dornier steht vor der Herausforderung seines Lebens. Die Aufgabe ist gewaltig, doch ohne zu zögern, nimmt er an. Zum ersten Mal ist Dornier seinem ewigen Widersacher Hugo Junkers eine Nasenlänge voraus. Seine große Vision vom Transatlantikflugboot ist zum Greifen nah.

Hugo Junkers hat inzwischen in Russland mehr investiert als gewonnen. Nun blickt er voller Hoffnung nach Amerika. Charles Lindbergh ist im Mai 1927 das Unglaubliche gelungen: Ein Direktflug von New York nach Paris. Jetzt ruft alles danach, die beiden Kontinente mit einer Luftlinie zu verbinden. Junkers hat durch Gerüchte von Dorniers Geheimprojekt erfahren. Dessen Flugschiff scheint wie geschaffen für den Trans-Atlantikverkehr. Wenn Junkers seinem Konkurrenten zuvorkommen will, muss er schnell handeln.

Alles auf eine Karte



Hugo Junkers entwickelt einen Plan: Eine von seinen W-33-Maschinen soll für eine Atlantiküberquerung vorbereitet werden. Junkers rechnet für sein wagemutiges Vorhaben mit großer Publicity. Und hofft, so endlich Investoren für den Bau seines gigantischen Nurflüglers zu finden. Doch sollte der riskante Flug scheitern, wäre sein Ruf ruiniert. In aller Eile wird eine Rettungsausrüstung eingebaut. Sie soll die Crew bei einer Notlandung im Atlantik vor dem Tod bewahren. Junkers setzt alles auf eine Karte.



Die Wetterbedingungen sind schlecht. Junkers Piloten kämpfen gegen orkanartige Atlantikstürme. Anstatt New York anzusteuern, driftet die Maschine immer weiter nach Norden ab. Nach 36 Stunden sind nur noch wenige Tropfen in den Tanks. Da ist endlich die Küste Neufundlands in Sicht. Im letzten Moment gelingt die Landung in der Nähe eines Leuchtturmes.

Als Held gefeiert

An einen Weiterflug nach New York ist nicht zu denken. Die Bruchlandung hat die Maschine schwer beschädigt. Doch die Ost-West-Atlantiküberquerung ist gelungen. Hugo Junkers wird als Held gefeiert und nutzt die Gunst der Stunde, um den amerikanischen Markt für sich zu erobern. Während zuhause sein Konkurrent mit gewaltigen Problemen zu kämpfen hat.

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