Visionen für den Fortschritt

George Westinghouse revolutioniert die Wechselstromtechnologie

Vom kleinen Tüftler in der väterlichen Werkstatt zum weltbekannten Erfinder und Großindustriellen: George Westinghouse ist ein Mann mit Visionen, dessen Errungenschaften das Leben der Menschen im 19. Jahrhundert entscheidend veränderten.

Der Sohn eines Fabrikanten wird am 6. Oktober 1846 in Central Bridge, New York, geboren. Schon als Kind interessiert sich Westinghouse für technische Experimente. Als er 1866 Zeuge einer Zugkatastrophe wird, kommt ihm eine zündende Idee: Er entwickelt eine Druckluftbremse, welche die einzeln zu bedienenden Handbremsen ersetzen soll. Westinghouse hat mit seiner Konstruktion das risikoreiche Zugfahren im 19. Jahrhundert revolutioniert.

Aufbau eines Imperiums

1869 gründet Westinghouse die "Westinghouse Air Brake Company" in Pittsburgh mit weiteren Filialen in Amerika und Europa. Der Name Westinghouse ist in aller Munde. Seine Erfindungen, wie zum Beispiel druckluftgesteuerte Signale oder die Schnellbremse, beschleunigen den Ausbau des Verkehrswesens ungemein. Das Zauberwort im ausgehenden 19. Jahrhundert ist jedoch Elektrizität.

Westinghouse beginnt sich für die Wechselstromtechnologie zu interessieren. Transformatoren können niedrige Spannungen in hohe verwandeln - und umgekehrt. So kann Wechselstrom in Hochspannungsleitungen ohne große Verluste transportiert und anschließend wieder auf niedrigere Spannungen für lokale Versorgungsnetze gebracht werden.

Der Kampf um den Strommarkt

Mit Hilfe talentierter Ingenieure wie Nikola Tesla konstruiert er Elektrizitätswerke, die den produzierten Wechseltrom über große Entfernungen transportieren können - Gleichstrom bietet diese Möglichkeit nicht. Westinghouse hat die Nachteile der von Thomas Alva Edison entwickelten Kraftwerke erkannt.

Edison sieht seine Führungsposition auf dem Strommarkt bedroht und startet eine Propagandaschlacht gegen den Wechselstrom. In öffentlichen Vorführungen tötet man Tiere mit Wechselstrom. Schließlich wird sogar ein elektrischer Stuhl entwickelt, auf dem ein Mensch hingerichtet wird. Westinghouse und Tesla sind entsetzt.

Der Siegeszug des Wechselstroms

Da Westinghouse den Preis seines Konkurrenten Edison deutlich unterbieten kann, erhält er den Zuschlag für die Beleuchtung der Weltausstellung in Chicago 1893. Das Lichtermeer beeindruckt die Besucher, die Ausstellung wird zu einem triumphalen Erfolg des Wechselstromprinzips. Westinghouse und Tesla erhalten nun auch den Zuschlag für den Bau eines Kraftwerks am Niagarafall. Tesla entwickelt mächtige Generatoren und 1895 wird das Kraftwerk eröffnet. Westinghouse kann den Stromkrieg endgültig für sich entscheiden.

Die Firma Westinghouse entwickelt sich zu einem Weltkonzern. Doch die Expansion verschlingt Unmengen von Geld. Als 1907 die amerikanischen Finanzmärkte zusammenbrechen, werden Westinghouse die Kredite gekündigt. 1911 muss er den Vorsitz seiner Firma abgeben. Er stirbt am 12. März 1914 in New York.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet