Vom Aussterben bedroht

Der König der Tiere braucht Hilfe

Eines der symbolträchtigsten Tiere Afrikas ist für uns Europäer der König der Tiere, der Löwe. Doch es steht nicht gut um die imposante Raubkatze: 80 Prozent der Löwen im Krüger-Nationalpark tragen das Feline Immundefizienz-Virus (FIV), das sogenannte Katzen-Aids, in sich. Die Krankheit breitet sich immer weiter aus, so dass sie den Bestand der kompletten Art gefährden könnte.

Zwei Löwenmännchen
Zwei Löwenmännchen

Wissenschaftler versuchen, dem entgegenzusteuern: beispielsweise durch Entwicklung von Impfstoffen und Nachzüchtung gesunder Tiere. Bis zu drei Generationen werden gezüchtet, um die genetische Varianz der Löwen zu verbessern. Dadurch sind diese besser gegen Krankheiten gewappnet. Die Aufzuchtstationen stellen sich großen Herausforderungen: Verschiedene Arten von Großkatzen wachsen hier miteinander auf, die Tiere müssen ausgewildert werden, und sie benötigen viel Platz.

Jagd in freier Wildbahn

Das Auswildern von Großkatzen ist langwierig, teuer und kompliziert. Gezüchtete Tiere müssen sich erst an das Leben in der Wildnis gewöhnen. Sie müssen lernen, welche Begegnung harmlos ist und welche gefährlich werden kann. Haben diese Tiere überhaupt eine Chance, in freier Wildbahn zu überleben?

Im Krüger Nationalpark: Eine Löwin und eine Leaopardin streifen zwischen Nashörnern umher.
Nashörner, Löwin und Leopardin Text 3 Quelle: Ampersand

Im Krüger-Nationalpark beobachten Wissenschaftler zwei Tiere, die gemeinsam in einer Aufzuchtstation groß wurden: eine Leopardin und eine Löwin. Sie spielen miteinander, die Freundschaft aus Kindheitstagen scheint anzuhalten. Im Fokus der Forscher steht jedoch das Jagdverhalten. In diesem Fall ist die Auswilderung wohl geglückt. Die Raubtiere konnten ihren natürlichen Jagdinstinkt beibehalten: Das Leopardenweibchen ist eine Einzelgängerin und jagt alleine. Und das sehr erfolgreich. Die Löwin dagegen meist im Rudel, denn in der offenen Savanne sind die Löwen ihrer Beute an Schnelligkeit unterlegen. Ihre Taktik ist das Umzingeln einer Gruppe von Beutetieren und ein koordinierter Angriff aus der Deckung.

Reservat ohne Grenzen

Ein Löwe in der Savanne.
Löwe Text 3

Damit Auswilderungen von Großkatzen erfolgreich sind, muss noch eine andere Komponente stimmen: Die Tiere benötigen viel Platz. Mindestens 20 Quadratkilometer sollte das Territorium eines Löwenrudels messen. Sind die Reviere zu klein, enden die Revierkämpfe zwischen rivalisierenden Löwenmännchen öfter tödlich. Denn je kleiner die Reviere, desto häufiger sind solche Auseinandersetzungen. Auch das stellt eine Bedrohung für den Bestand dar. Allein in den letzten 20 Jahren ging die Anzahl der Löwen in Afrika um fast 50 Prozent zurück.

Löwin mit Jungen
Löwin mit Jungen Text 3

Selbst Schutzgebiete haben diesen Trend nicht stoppen können. Politische Grenzen schränken die Reservatflächen ein. Nun wollen Südafrika, Mosambik und Simbabwe einen grenzüberschreitenden Park schaffen: den Limpopo-Nationalpark. Für die Löwen gibt es also Hoffnung am Kap der Guten Hoffnung.

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