Vom König zum Gott

Der Tempel und die Rituale des Königs Vogel-Jaguar

Teobert Maler ist auf der Suche nach den Lakandonen-Indianern. Ihre Vorfahren sind vor vielen hundert Jahren in den Dschungel geflüchtet, um den spanischen Eroberern zu entkommen. Dabei entdeckt er auch den Tempel des Königs Vogel-Jaguar.

Teobert Maler erhofft sich von den sanften "Wilden" Informationen über noch unbekannte Ruinen und traditionelle Glaubensvorstellungen. Der Besuch in dem Indio-Dorf verläuft friedlich: Geschenke werden ausgetauscht. Sensationelle Neuigkeiten bringt Maler jedoch nicht mit zurück - aber er erfährt, dass die religiösen Riten der Lakandonen weit zurückreichen in die Zeiten der großen Vorfahren.

Magische Düfte und Klänge

An Festtagen versammeln sich die Männer zur Trankzeremonie. Die mit Weihrauch gefüllten Schalen werden entzündet, damit ihr Rauch die Hütte mit magischer Kraft erfüllt. Für jeden der zahlreichen Götter steht ein eigenes Tongefäß bereit, um die Opfergaben aufzunehmen. Der Duft des brennenden Baumharzes Pom oder der Klang des Singsangs beim Gebet für den Regengott - alles scheint aus einer längst vergangenen Epoche zu stammen.


Die Fahrt auf dem Rio Usumacinta ist jederzeit ein Abenteuer voller Gefahren. In den Stromschnellen warten scharfkantige Felsen und tonnenschwere Baumriesen treiben auf Kollisionskurs durch die Fluten. Teobert Maler ist ganz der Geschicklichkeit und dem Gedächtnis der Bootsleute ausgeliefert. Wie gelang es Maler, die empfindliche Foto-Ausrüstung in all den Jahren erfolgreich über reißende Stromschnellen zu retten und ohne Schaden durch den feuchtheißen Regenwald zu transportieren?

Mächtiger Herrscher



Dann steht er in Yaxchilán erstmals vor dem Tempel des Königs Vogel-Jaguar. Jeder der drei Eingänge ist mit dem Abbild des mächtigen Herrschers geschmückt. Teobert Maler findet auf den frisch freigelegten Skulpturen noch Farbspuren - sie sind heute verschwunden. In einer Nische hinter dem mittleren Eingang steht eine Statue des Königs. Die Figur war so ausgerichtet, dass sie genau zur Sommersonnenwende den Sonnenaufgang erblicken konnte. Maler entdeckt Hinweise, dass vor der Statue immer noch geopfert wird: Der König ist zum Gott geworden.

Vogel-Jaguar hat die Tempeltreppe mit Darstellungen von Ballspielern schmücken lassen. Doch da ist kein Sportfest zu sehen, sondern ein grausames Ritual: Ein Gefangener wurde auf eine Kautschukkugel gebunden und die Treppe hinabgerollt - mit der Hinrichtung wollte der König seinen Machtanspruch untermauern.




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