Von Canossa nach Avignon

Chronik eines Machtkampfes

Es ging immer um die selbe Frage: Wer ist der Herrscher der Welt? König oder Papst? Ein eindrucksvolles Zeugnis der großen Macht der Päpste ist bis heute der prachtvolle Papstpalast von Avignon.

Burgruine Canossa Quelle: ZDF


1056 Heinrich IV. aus dem Haus der Salier wird als Sechsjähriger deutscher König.


22. April 1073 Wahl Hildebrands zum Papst Gregor VII.


1076 Papst Gregor VII. erklärt Heinrich IV. für abgesetzt und verstößt ihn aus der Kirche.



Januar 1077 Heinrich IV. zieht über die Alpen nach Canossa, um sich Papst Gregor VII. zu unterwerfen. Rücknahme des Kirchenbanns gegen den König.



März 1080 Gregor VII. bannt Heinrich IV. erneut, der im Gegenzug den Papst für abgesetzt erklärt. Nach dreijähriger Belagerung nimmt Heinrich IV. Rom ein.



31. März 1084 Der von Heinrich IV. eingesetzte Gegenpapst, Clemens III., krönt den deutschen König zum Kaiser.


25. Mai 1085 Gregor VII., der große Kontrahent des Kaisers, stirbt im Exil.


12. März 1088 Wahl Odos de Châtillon zum Papst Urban II.


1095 Papst Urban II. ruft zur Befreiung des Heiligen Landes auf. Vier Jahre später, 1099, wird Jerusalem durch die Kreuzfahrer erobert.


29. Juli 1099 Tod Urbans II.


1106 Heinrich V., der Sohn von Heinrich IV., zwingt seinen Vater abzudanken. Wenig später stirbt er, ohne vom zuletzt gegen ihn erlassenen Kirchenbann gelöst worden zu sein.


1111 Heinrich V. bewirkt die posthume Aufhebung des Kirchenbanns. Erst jetzt erhält der Tote das Recht, in der Familiengruft im Dom zu Speyer bestattet zu werden.


24. Dezember 1294 Wahl Benedikt Caetanis zum Papst Bonifaz VIII., nachdem dieser seinem Vorgänger Coelestin V. zur Abdankung rät. Er lässt diesen bis zu seinem Tod in Gefangenschaft, da er dessen Rückkehr ins Amt befürchtet.



1300 Bonifaz VIII. erklärt ein "Jubeljahr", wodurch Rom eine enorme Anzahl an Besuchern und damit Einnahmen erhält.

18. November 1302 Die päpstliche Bulle Unam Sanctam legt den obersten Machtanspruch des Papstes in weltlichen wie geistlichen Dingen fest.

1303 Die "Ohrfeige von Anagni", ein Attentat auf den Papst Bonifaz VIII., verübt durch Verbündete des Königs von Frankreich.


11. Oktober 1303 Wenige Wochen nach dem Attentat stirbt Bonifaz VIII.


5. Juni 1305 Auf Betreiben Philips IV. von Frankreich, genannt "der Schöne", wird Bertrand de Got zum Papst Clemens V. gewählt.


1307 Philip IV. verdächtigt in seinem Kampf gegen die Kirche den Templerorden der Ketzerei und anderer schwerer Verbrechen.


1309 Clemens V., der Rom nie betreten hat, verlegt den Apostolischen Stuhl nach Avignon, wo er für fast 70 Jahre bleibt.


1312 Auf Drängen des Königs von Frankreich wird die Unterdrückung, Verfolgung und im Jahr darauf endgültige Enteignung und Auflösung des Templerordens betrieben.


20. April 1314 Tod Clemens V.


7. Mai 1342 Wahl Pierre Rogers zum Papst Clemens VI. Der tritt sein Amt in Avignon an. Avignon erlebt eine kulturelle wie wirtschaftliche Blüte, die Rom weit in den Schatten stellt.


1348 Die Pest verheert große Teile Europas.


6. Dezember 1352 Tod Clemens VI.


28. September 1362 Wahl Guillaume de Grimoards zum Papst Urban V. So sehr die Kreuzfahrer mit ihrem Sieg über die "Nichtgläubigen" den christlichen Glauben und die Kirche stärkten, so sehr zerbrach mit der Niederlage gegen die Muselmanen ihr religiöses Selbstbewusstsein. Europa stürzte in eine schwere Glaubenskrise.


1367 Urban V. verspricht die Rückkehr nach Rom, bleibt aber in Avignon.


24. September 1370 Tod Urbans V.


30. Dezember 1370 Wahl Pierre Roger de Beauforts zum Papst Gregor XI.


1377 Papst Gregor XI. kehrt als erster Papst nach mehr als 70 Jahren nach Rom zurück.


27. März 1378 Tod Papst Gregors XI.


1378 Mit der Wahl Urbans VI. und bald darauf Clemens VII. durch die französischen Kardinäle Beginn des Großen Abendländischen Schismas. Clemens VII. zieht nach Avignon, während Urban VI. in Italien bleibt.


1409 Konzil von Pisa, auf dem das Schisma beendet werden soll. Uneinigkeit führt dazu, dass nun drei Päpste Anspruch auf den Apostolischen Stuhl erheben.



1415 König Sigismund ruft das Konzil von Konstanz ein, das die drei Päpste zum Rücktritt auffordert bzw. absetzt.



11. November 1417 Wahl Oddo di Colonnas zum Papst Martin V. Mit ihm endet das Schisma. Rom wird wieder Sitz des Apostolischen Stuhls.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet