Vorbild Echnaton

Moses' Einführung des Monotheismus

In der Welt des alten Orients ist der Montheismus revolutionär - aber nicht ganz neu. Schon einmal gab es den Versuch, alle Götter abzuschaffen - bis auf einen einzigen. Pharao Echnaton war der Erfinder einer neuen Religion. Im 14. Jahrhundert v. Chr. revolutionierte er die ägyptische Kultur, indem er seine Untertanen zwang, nur noch einem Gott zu huldigen: der Sonne.

Die Einführung dieses Ein-Gott-Glaubens hatte radikale Folgen:

"Ein-Gott-Glaube" zu früh




Echnaton entwickelte ein Religionskonzept, das für die kommenden Jahrtausende wegweisend sein sollte: Der "Ein-Gott-Glaube", der "Monotheismus", der sich später in vielen Hochkulturen durchsetzte. Doch für die Gesellschaft des Alten Orients kommt dieser neue Glaube viel zu früh. Gleich nach dem Tod des Echnaton werden die Uhren des Fortschritts wieder zurückgestellt. Die neuen Tempel werden gestürmt; der Name des Echnaton und seines Gottes ausgetilgt. Die alten Götter kehren zurück. Echnaton hatte nicht vermocht, was Jahrhunderte später Moses gelang: Die Durchsetzung des Ein-Gott-Glaubens, des "Monotheismus".

Kein geringerer als der berühmte Forscher und Psychoanalytiker Sigmund Freud, sah im Pharao Echnaton mehr als den bloßen Vorläufer Moses. In seinem Buch über den "Mann Moses" vertrat Freud die These, dass es Echnatons Vision war, die Moses zum Monotheismus inspirierte. Vielleicht - so meinte Freud - sei Moses gar ein Priester Echnatons gewesen.



Der Glaube des Moses und seines Volkes ist nicht die bloße Fortsetzung des Monotheismus, wie ihn Pharao Echnathon einzuführen versuchte. Der Glaube dieses Volkes an den einen Gott ist ohne Beispiel.




Mission erfüllt

40 Jahre lang durchzieht das Volk Jachwes die Wüste. Vorbei an den Gräbern der Vorfahren, die davon künden, dass schon in der Steinzeit Menschen hier lebten. Sie hatten hier ihre Heimat gefunden, aber Moses weiß: erst hinter dem Berg Nebo beginnt das Land, das Gott ihm verheißen hatte. 40 Jahre Wanderschaft, 40 Jahre Entbehrung. Moses ahnt, dass er selbst das gelobte Land niemals betreten wird. Seine Mission ist erfüllt, seine Zeit ist abgelaufen. Er hat ein Alter von 120 Jahren erreicht als er mit seinem Volk am Jordan steht. In Sichtweite der göttlichen Verheißung. 120 Jahre - "Und seine Augen waren dennoch nicht schwach geworden und seine Kraft war nicht verfallen" - so schließt die Bibel ihre Erzählung.

Moses ist es nicht vergönnt, das von Gott verheißene Land zu betreten. Er stirbt in der Fremde. Für ihn blieb das "Gelobte Land" ein unerfüllter Traum. Nicht aber für sein Volk. Der Exodus der Israeliten aus Ägypten ist für die Juden schicksalshaft geworden - zum Symbol der Befreiung bis in unsere Zeit.

Anfang eines blutigen Konflikts



Im Jahr 1947 ist "Exodus" der Name eines Schiffes, mit dem jüdische Flüchtlinge nach Palästina aufbrechen. Nach dem Greuel der nationalsozialistischen Vernichtung wollen sie hier ihre Heimat finden. Aber erst nach einer langen Odyssee können sie das Land ihrer Hoffnung betreten. Und wie vor über dreitausend Jahren ist die Ankunft im Gelobten Land alles andere als ein Triumphzug. Es sind erschöpfte Menschen die in den Häfen Palästinas ankommen, Menschen, die nur das nackte Leben gerettet haben - und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Aber wie in biblischen Zeiten wurde auch dieser Exodus der Anfang eines blutigen Konflikts. Die Hoffnung auf ein Land des Friedens hat sich bis heute nicht erfüllt.

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