Wallensteins Rückkehr

Entscheidungsschlacht vor Nürnberg

Albrecht von Wallenstein betritt erneut den Schauplatz des Krieges. Mit seinen Elite-Soldaten jagt er den Schweden nach. Was nun folgt, wird als Kampf der Giganten in die Geschichte eingehen.

Mit seinem hunderttausendköpfigen Heer spielt Wallenstein ein zweites Mal den Retter der Monarchie. Vor Nürnberg nimmt der Zweikampf seinen Anfang. Die Stadt erlebt die größte Belagerung ihrer Geschichte. Gustav Adolf hat die Hochburg der Waffenmanufaktur erobert und verschanzt sich mit seiner Streitmacht hinter den mächtigen Verteidigungsmauern. In offener Feldschlacht ist er Wallenstein nicht gewachsen. Hier will er auf Verstärkung warten und die Stadt unbezwingbar machen.

In nur wenigen Tagen entsteht rund um Nürnberg ein zweiter Festungsring. Das Terrain, auf dem die Schweden kampieren, ist größer als die Stadt selbst. 20.000 Soldaten, zwangsrekrutierte Bauern und freiwillige Helfer machen die Stadt uneinnehmbar, bauen mächtige Schanzen und tiefe Gräben. Nach den Plänen Gustav Adolfs und seiner Ingenieure entsteht ein Glanzstück militärischer Verteidigung. Doch wie lange kann er hier durchhalten?

Logistischer Weitblick

Vor den Toren der Stadt errichtet Albrecht von Wallenstein das größte Feldlager der Militärgeschichte. Sein Ziel ist es, den schwedischen Feind von allen Nachschubwegen abzuschneiden und ihn in der eroberten Stadt buchstäblich auszuhungern - ein Unterfangen, das logistischen Weitblick erfordert. Rund um Nürnberg muss er das Terrain unter seine Kontrolle bringen.

In Nürnberg führt das Kräftemessen des Generalissimus mit dem Schwedenkönig für die eingeschlossenen Bürger zu einer bedrohlichen Situation. Die Menschen sterben an Hunger und Seuchen. Es ist ein makabres Spiel mit der Zeit. Vor der Stadt wartet und lauert Wallenstein - und die schwedischen Soldaten werden einer nach dem anderen dahingerafft. Gustav Adolf hat sich in eine Falle manövriert. Doch der König gibt keine Schwäche zu erkennen. Nach zwei Monaten befiehlt er den rettenden Angriff und fordert Wallenstein zum ersten Duell.

Nichts verläuft wie geplant

Der Schwede wagt den Sturm auf das Lager. Mit "großer Furia", so die Berichte, rücken seine Musketiere vor. Doch nichts verläuft wie geplant. Die Soldaten geraten in das Kreuzfeuer der gegnerischen Kanonen. Wallenstein zwingt den Schweden zur Flucht. Es habe sich der König bei dieser Impresa gewaltig die Hörner abgestoßen... ... der ganze Wald liege voll mit Toten, berichtet Wallenstein nach der Schlacht an den Kaiser. Wallenstein ist es gelungen, den ruhmreichsten Heerführer seiner Zeit mit seiner waffenstarrenden Streitmacht vernichtend zu schlagen.

Doch der König scheint unbesiegbar. Schon zwei Monate später sollte er seinen größten Gegner erneut zum Duell fordern. Er weiß, dass Wallenstein ihm jetzt zahlenmäßig unterlegen ist, will ihn in offener Feldschlacht in die Knie zwingen. Es ist ihm gelungen, seine versprengten Truppen zusammenzuführen und neue Soldaten zu rekrutieren. Eigentlich ist der Winter für den Krieg tabu, doch der König hält sich nicht an ungeschriebene Gesetze.

Jähes Ende

Keinen Fußbreit werde er weichen und lieber krepieren, verkündet der Generalissimus, als auf dem Schlachtfeld von Lützen im November 1632 der Kampf der Giganten anbricht. Für Wallenstein ist es die persönliche Entscheidungsschlacht. Er will den Löwen endgültig besiegen. Das Duell nimmt ein jähes Ende: Mitten im Gefecht gerät Gustav Adolf in eine Schwadron kaiserlicher Reiter. Er wird von Schüssen getroffen, kann sein Pferd nicht mehr führen. Einer von Wallensteins Männern soll die Todeskugel abgefeuert haben. Es ist das tragische Ende eines Königs, der als Glaubensführer selbst mit in den Kampf zog.

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