Warum sind wir so, wie wir sind?

Zur dreiteiligen Terra X-Reihe "Deutschland - wie wir leben"

"Terra X" hat gezählt, gewogen und vermessen und fragt: Woher kommen unsere typischen Eigenschaften und Verhaltensmuster? Wie hat die Geschichte unseren Alltag, unsere Lebensgewohnheit und sogar unser Aussehen geprägt? Erstaunliche Fakten und überraschende Herleitungen – die Inventur eines der nach Umfragen beliebtesten Länder der Welt, die aber keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Haben Sie vielleicht vier alte Handys in der Schublade, von denen Sie sich nicht trennen können? Der alte Röhrenfernseher steht auch noch im Keller, könnte ja sein, dass man den noch mal braucht? Lieben Sie Baumarktbesuche? Drücken Sie morgens zu viel Zahnpasta auf die Bürste, putzen zu kurz, aber dafür umso heftiger? Träumen Sie von einem Sportwagen, fahren aber ei­nen Kombi? Heißen Sie am Ende sogar Thomas oder Sabine Müller und sind 1,79 beziehungsweise 1,68 Meter groß? Dann sind sie ziemlich nah dran, der deutsche Durchschnittsbürger zu sein. Doch die beruhigende Erkenntnis gleich zu Beginn: Sie sind es nicht. Niemand von uns ist überall Durchschnitt. Wir – die gut 80 Millionen Deutschen – sind ganz unterschiedlich und haben doch so viel gemeinsam.

Statistik als "Wanderkarte" für Deutschland

"Deutschland – Wie wir leben" ist ein für "Terra X" ungewöhnliches Projekt, denn im Mittelpunkt des Sendeplatzes, der sich meist mit dem Außergewöhnlichen in der Geschichte und der Natur befasst, stehen nun wir selbst. Wir Deutschen mit unseren typischen Eigenarten, die beim ei­nen mehr und beim anderen weniger ausgeprägt sind. Und neben hoch­wertigen Deutschlandaufnahmen und historischem Archivmaterial gestal­ten Statistiken einen Großteil des Dreiteilers: Zahlen, Fakten und Berech­nungen zu den Fragen, was wir Deutschen lieben, was wir besitzen und was uns ernährt.

Nun sind Statistiken bekanntermaßen eine umstrittene Größe. "Ich stehe Statistiken etwas skeptisch gegenüber, denn laut Statistik haben ein Millionär und ein Habenichts je eine halbe Million", soll Franklin D. Roosevelt gesagt haben. Und Franz-Josef Strauss wird das Bonmot zugeschrieben: "Wenn man den Kopf in der Sauna hat und die Füße im Kühlschrank, sprechen Statistiker von einer angenehmen Temperatur". So wie die beiden schon früher zweifeln viele den Sinn von statistischen Mittelwerten als verlässliche Größen an. Zumal jede erho­bene Zahl auch lediglich eine Momentaufnahme ist, die wenig später von einer anderen abgelöst werden kann. Aber wir halten es – um ein weite­res Zitat zu bemühen – mit dem evangelischen Bischof Martin Kruse: "Statistik ist eine Wanderkarte. Wenn man sie zu sehen bekommt, ist sie von der Realität schon etwas überholt. Dennoch gibt sie Orientierung". Unsere Zahlen spiegeln Trends wider, gesellschaftliche Veränderungen und historische Zusammenhänge und öffnen so den Blick für Phänomene, die man im Alltag nicht hinterfragt, weil sie selbstverständlich sind.

Wo verläuft der Nudel-Kartoffel-Äquator?

 Klimatologe Dr. Ulf Büntgen mit Grafik zu Klimaentwicklung und Historie
Klimatologe Dr. Ulf Büntgen über den Einfluss des Klimas auf die Geschichte Quelle: ZDF

Wie kommt es, dass wir heute dreizehn Zentimeter größer sind als unsere Vorfahren, dass mehr als 800.000 Deutsche wirklich Müller heißen, oder dass wir unsere Heimat lieben wie kaum eine Nation der Erde? Waren unsere Vorfahren wirklich weniger von Umweltlärm geplagt und ver­brachten mehr Zeit mit der Hausarbeit als wir technikverwöhnten Deut­schen von heute? Warum kommt in unserem Sprachgebrauch so oft das Wort "Wurst" vor? Den Weißwurstäquator kennen die meisten, aber wo verlaufen der Kaffee-Tee-Äquator, der Nudel-Kartoffel-Äquator oder die Süß-Sauer-Grenze, die sich tatsächlich alle durch Deutschland ziehen?

Diese und andere Fragen haben wir in unseren drei Folgen gestellt. Herausgekommen ist eine unterhaltsame Bestandsaufnahme unseres Alltagslebens, in der sich jeder Zuschauer wiederfinden kann und viele Erkenntnisse gewinnt, warum unser Leben in Deutschland so und nicht anders verläuft. Historiker, Meinungsforscher und Mediziner geben Antworten und damit einen faszinierenden und oft amüsanten Einblick in unser Leben. "Deutschland – Wie wir leben" bietet sicherlich nicht alles, aber vieles was man über unser Land wissen sollte.

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