Was das Alte Testament berichtet

Vom Kampf zwischen Assyriens König Sanherib und Hiskia, dem König von Juda

Zwei sehr unterschiedliche Herrscher: Sanherib, erst vier Jahre im Amt. Diener vieler Götter. Für sein Volk ist sein Wille der Wille der Götter. Niemand duldet er als ebenbürtig neben sich. Und Hiskia, 25 Jahre Regierungserfahrung im Lavieren zwischen den Großmächten. Beraten vom Propheten Jesaja setzt er im Konflikt mit Sanherib alles auf eine Karte: Auf die Hilfe eines Gottes, Jahwe, der seinem Volk eine große Zukunft verspricht.

Bibelstelle mit Sanherib (Schauspieler)
Bibelstelle mit Sanherib (Schauspieler) Quelle: ZDF

Nach der verlorenen Schlacht um die Stadt Lachisch, dem Verlust seiner Schätze und seiner Familie, verschanzt sich Hiskia in seiner Hauptstadt Jerusalem. Er bietet Unterwerfung an. Sanherib lässt durch seinen Boten öffentlich antworten: "Bin ich denn gegen den Willen Jahwes heraufgezogen, um dieses Land zu verwüsten? Jahwe selbst hat mir befohlen: Ziehe gegen dieses Land und verwüste es... Hört nicht auf Hiskia! Denn so spricht der König von Assur: Kommt und ergebt euch! Dann kann jeder von euch von seinem Weinstock und seinem Feigenbaum essen und Wasser aus seiner Zisterne trinken, bis ich komme und euch in ein Land bringe, das eurem Land gleicht: In ein Land voll Getreide und Most, ein Land voll Brot und Wein, ein Land mit Ölbäumen und Honig. So werdet ihr am Leben bleiben und nicht umkommen. Hört nicht auf Hiskia, denn er führt euch in die Irre, wenn er sagt: Jahwe wird uns retten. Hat denn einer von den Göttern der anderen Länder sein Land vor dem König von Assyr gerettet?..."

Hiskia betet zu Jahwe

Der Prophet Jesaja bestärkt Hiskia im Widerstand: "So spricht der Herr: Fürchte dich nicht wegen der Worte, ... mit denen die Knechte des Königs von Assur mich verhöhnt haben. Seht, ich lege einen Geist in ihn, sodass er Gerüchte hört und in sein Land zurückkehrt; dort bringe ich ihn durch das Schwert zu Fall." Und Hiskia betet zu Jahwe: "Herr, Gott Israels, der über den Kerubim thront, du allein bist der Gott aller Reiche der Erde... Es ist wahr Herr, die Könige von Assur haben die Völker vernichtet, ihre Länder verwüstet und ihre Götter ins Feuer geworfen. Aber das waren keine Götter, sondern Werke von Menschenhand, aus Holz und Stein; darum konnte man sie vernichten. Nun aber, Herr, unser Gott, rette uns aus seiner Hand, damit alle Reiche der Erde erkennen, dass du, Jahwe, Gott bist, du allein."

Der Prophet Jesaja stärkt seinem König in der scheinbar aussichtslosen Lage den Rücken und antwortet: "So spricht der Herr: Ich habe gehört wie du wegen des Königs Sanherib von Assur zu mir gebetet hast. Das ist das Wort des Herrn gegen ihn: Dich verachtet, dich verspottet die Jungfrau, die Tochter Zion... Ich weiß, ob du ruhst, ob du gehst oder kommst, ob du dich gegen mich auflehnst. Weil du gegen mich wütest und dein Lärm meine Ohren erreicht hat, ziehe ich dir einen Ring durch die Nase und lege dir einen Zaum ins Maul. Auf dem Weg, auf dem du herkamst, treibe ich dich wieder zurück."

König Hiskia fasst Zuversicht

"Wer vom Hause Juda entronnen und übrig geblieben ist, wird wieder unten Wurzeln treiben und oben Frucht tragen... Darum - so spricht der Herr über den König von Assur: Er wird nicht in diese Stadt eindringen; er wird keinen einzigen Pfeil hineinschießen, er wird nicht unter dem Schutz seines Schildes gegen sie anrennen und keinen Damm gegen sie aufschütten. Auf dem Weg, auf dem er gekommen ist, wird er wieder zurückkehren. Aber in diese Stadt wird er nicht eindringen. - Spruch des Herren. Ich werde diese Stadt beschützen und retten, um meinetwillen und um meines Knechtes David willen."

"In jener Nacht zog der Engel des Herren aus und erschlug im Lager der Assyrer hundertfünfundachzigtausend Mann. Als man am nächsten Morgen aufstand, fand man sie alle als Leichen. Da brach Sanherib, der König von Assur, auf und kehrte in sein Land zurück. Er blieb in Ninive. Als er eines Tages im Tempel seines Gottes Nisroch betete, erschlugen ihn seine Söhne Adrammelech und Sarezer mit dem Schwert. Darauf mussten sie das Land verlassen und Sanheribs Sohn Asarhaddon wurde König an seiner Stelle." Manch Historiker sagen, dass es die Pest war, die das Heer der Assyrer in die Flucht trieb. Tatsache jedoch ist: Jerusalem wurde nicht erobert. Hiskia blieb als Vasall Assyriens im Amt. Sanherib führte noch viele Schlachten. Er starb, nachdem er zuvor Babylon zerstört hatte durch die Schwerter zweier seiner Söhne.

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