Welser-Expedition ins Goldland

Rätselhafter Bericht über die Reise von Ambrosius Alfinger

Der Goldrausch begann mit dem Entdecker des Pazifiks Balboa. Dieser hatte nahe beim späteren Cartagena den Indio-Häuptling Dabeiba mit Körben voller Gold getroffen. Es käme aus dem Süden, aus den Bergen, sagte er. In einem Brief berichtete Balboa dem spanischen Kaiser über diese Goldfunde.

Das Gebiet wurde umgetauft und hieß dann auf vielen Landkarten "Castilla de Oro", das goldene Kastilien. Das ließ sogar deutsche Konquistadoren aufhorchen.

Briefe aus der Neuen Welt

Im Schloss Steinbach in Franken, dem Sitz des Barons von Hutten, gibt es im dortigen Archiv einen rätselhaften Brief. Er stammt aus dem Jahr 1542 und wurde von seinem Vorfahren Philipp von Hutten in Südamerika geschrieben. Einer der ersten Briefe eines Deutschen aus der Neuen Welt. Gerichtet war der Brief an seinen Bruder Moritz, dem Bischof aus Augsburg. Der Brief spricht vom Bankhaus der Welser, von Expeditionen in ein Goldland und von gefährlichen Abenteuern.

Im Jahr 1531 ist im Bergland des heutigen Kolumbien eine Konquistadoren-Karawane auf der Suche nach dem Goldland. An der Spitze Ambrosius Alfinger aus Ulm. Er steht im Lohn des Augsburger Bankhauses der Welser. Die Welserstandarte wird von Casimir von Nürnberg geführt. Bald soll sie über einem riesigen Gebiet wehen. Die erste deutsche Kolonie in der neuen Welt. Der Großteil der Truppe besteht aus Spaniern.

Sehr große Hoffnungen

Baron von Hutten untersucht die Lebensgeschichte seines Vorfahrens Philipp, dem letzten Gouverneur der Welser in der Neuen Welt. In den Briefen wurde entdeckt, dass die Welser sich wirklich sehr große Hoffnungen gemacht hatten, aus Venezuela ein kleines Privatreich zu machen. 12 Tonnen Gold Darlehen hatten die Bankiers für die fremde Kolonie an Karl V. bezahlt. Die Berichte Balboas hatten ihre Wirkung gezeigt. Riesige Mengen Gold mussten in diesen Bergen zu finden sein.

Die erste Provinz der Welser hieß Klein-Venedig, das heutige Venezuela. Von Coro aus zog Alfinger mit seinem Trupp los. Ihr Weg führte nach Westen, entlang schneebedeckter Gebirgsketten gelangten sie zum mächtigsten Strom Kolumbiens, dem Magdalena, der weiter südlich in eine Seenplatte ausuferte. Diese Seenplatte existiert noch heute. Den größten Teil des Jahres überschwemmt der Magdalena-Strom weite Landstriche.

Dörfer mit goldenen Dächern

Spanische Chronisten, die den Konquistadorenzug begleiteten, beschrieben Dörfer mit goldenen Dächern. Eine Fata Morgana? Produkt ihrer fiebrigen Goldträume? Aber sie waren auf dem richtigen Weg. In dieser Gegend existierte eine Goldkultur, die Kultur der Sinú-Indios.

Ungeheure Mengen Gold

Alfinger hatte erste Kontakte zur indianischen Bevölkerung. Er wird zunächst freundlich empfangen. Doch als der Eroberer das viele Gold sah, war seine Begierde geweckt. Am Ufer des Tamalameque-Sees fielen Alfinger bereits 418 Kilogramm Gold in die Hände. Goldobjekte von märchenhafter Schönheit. Die Menge der Goldschätze der Indiokulturen im Gebiet des heutigen Kolumbiens übertraf bei weitem die des peruanischen Inkareiches.


Seit jeher stellen die Indios ihre Goldobjekte immer in der gleichen Weise her. Rohstoffsparend werden Goldplättchen gehämmert und getrieben. Oder sie modellierten Figuren aus Wachs, das geschmolzen und durch flüssiges Gold ersetzt wurde. Noch heute wird in Kolumbien in vielen Flüssen Gold gewaschen. Der Ertrag ist nicht hoch, etwa ein Gramm am Tag. Aber tausende Indios konnten auf diese Art im Laufe der Zeit ungeheure Mengen Gold anhäufen.

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