Weltmeer-Erkundung

Zum Terra X-Dreiteiler mit Frank Schätzing

Drei Viertel der Erdoberfläche sind von den Weltmeeren bedeckt, und doch wissen wir weniger über sie als über ferne Planeten. Nur die oberen Schichten sind von Licht durchdrungen, darunter herrscht ewige Finsternis und rätselhaftes Leben. Der Dreiteiler "Terra X - Universum der Ozeane" erkundet mithilfe einer Vielzahl technischer und visueller Möglichkeiten Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Meere.

Zur thematischen Unerschöpflichkeit der Ozeane gehört auch die ozeanische Anzahl kluger Gedanken und Zitate über diesen großen Sehnsuchtsort. Vor vielen Jahren sah ich eine Dokumentation über den österreichischen Meeresforscher Hans Hass (geboren 1919), der für mich unvergesslich in die Kamera sagte: "Es gibt viele wunderschöne, geheimnisvolle Orte auf dieser Welt. Aber der schönste und geheimnisvollste von allen ist das Meer."

Passgenaue Vorlage

Der schönste Ort - das Meer. Der Gedanke von Hans Hass ist eine passgenaue Vorlage für unser Bestreben, die Welt der Ozeane in einer aufwändigen großen Bildungsdokumentation abzubilden: Deren geheimnisvolle Seite zu zeigen und deren Schönheit einzufangen, kann die Zuschauer für die Weltmeere neu begeistern. Aber es geht in "Universum der Ozeane" nicht allein darum, die Faszination der Natur zu beschwören. Auch wollten wir keine Gesamtschau der Meere angehen - im Sinne eines reinen Wildlife-Programms, wie dies die BBC vor einigen Jahren mit ihrem beeindruckenden "Blue Planet" gemacht hat. Sondern wir versuchen dem Ozean als Phänomen auf die Spur zu kommen: Wie sind die Meere entstanden? Was berichtet die Forschungsgeschichte der Ozeane? Und wie ist das Verhältnis des Menschen zum Meer?

Diese Fragen stellen die eine Entwicklungslinie des ZDF-Projekts dar, die andere kennzeichnet Frank Schätzing. Mit ihm könnte man bei einem Kölsch in seiner Heimatstadt sicher viele populärwissenschaftliche Fernsehsendungen erfinden. Aber hier war der Stoff bereits greifbar. Schätzing hatte den Schwarm und danach die Nachrichten aus dem unbekannten Universum vorgelegt - letzteres eine Geschichte der Ozeane. Beides eignete sich wunderbar als Spiritus rector, als Impulsgeber des Fernsehevents. Sein Wissen, sein besonderer Tonfall, seine Erzählkunst kamen zusammen mit unserer Kompetenz, plastische Bilderwelten zu entwerfen.

Kenntnisreicher Vermittler

Wir mussten stark auswählen - die ozeanische Inhaltsfülle seiner Bücher lässt sich nicht im Mindesten abbilden, aber den Spirit zu erfassen, das geht. Und natürlich sollte Schätzing unser Programm präsentieren, wie er es vor drei Jahren in unserem internationalen Dreiteiler "2057" über die Welt der Zukunft gemacht hat. Gerade bei den Themen Zukunft und Ozeane ist Schätzing ein besonders authentischer, da extrem kenntnisreicher Vermittler. Seine erzählerische Umsetzung von Wissenschaft ist exakt die Vorgehensweise von "Terra X".

Entstanden ist in der Tradition von "2057" eine zugespitzte Wissenschafts-Doku, mit den modernsten filmischen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen. "Universum der Ozeane" reflektiert Erdgeschichte, Forschungsentwicklung und immer auch unser Verhalten dem Meer gegenüber, das größtenteils ausbeuterisch geworden ist. So wie Schätzing die Zukunft als einen gestaltbaren Raum sieht, den der Mensch endlich positiv nutzen muss, so verlangt er vom Menschen neue moralische Anstrengungen dem Meer gegenüber. Um dadurch mit unseren Vorgehensweisen das Element nicht nur negativ zu verändern, das über drei Viertel der Erde umfasst und gerade mal zu zehn Prozent erforscht ist. Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ist entsprechend in unserem Dreiteiler aufgegriffen worden, denn ohne eine Berücksichtigung dieser Jahrhundertkatastrophe im Tiefseebergbau darf keine Meeresbilanz mehr auskommen.

Kritische Betrachtung

So erweist sich "Universum der Ozeane" nicht nur als ein faszinierendes Stück Naturfernsehen, sondern auch als eine journalistische, kritische Betrachtung des Zustands, in dem dieser Lebensraum sich befindet. "Universum der Ozeane" ist eine internationale Koproduktion, für die wir ARTE und National Geographic US als Partner gewinnen konnten. Der Minutenpreis entspricht dem eines gut ausgestatteten deutschen Fernsehfilms. Das sieht man dem Programm auch an. Die Weltmeere und die Wissenschaft im Fernsehen haben diese finanzielle Zuwendung verdient.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet