Wende im Unterwasser-Krieg

Radar auch gegen deutsche U-Boote

Der britische Geheimdienst hat neue, beunruhigende Erkenntnisse gewonnen. Das deutsche Schlachtschiff Graf Spee ist gesunken. Britische Aufklärer haben Fotos gemacht. Deutlich sind Radarantennen zu erkennen. Der Schock ist groß, auch der Feind besitzt ein Ortungssystem, und anscheinend ist dies technisch überlegen, sogar mobil einzusetzen. Doch die Engländer setzen ihre Radaranlagen effektiver ein und orten damit sogar deutsche U-Boote.

Von Willisen und Erbslöh beschäftigen in ihrer Berliner Firma mittlerweile über 3000 Arbeiter. Aus den Anfängen der Radarforschung ist eine Industrie geworden. Radar könnte zur Schlüsseltechnik einer neuen Kriegführung werden, die die strategische Planung wie kaum eine Erfindung zuvor revolutioniert.

Kein konsequentes Forschen

Doch in Deutschland wird nicht konsequent in die Forschung investiert. Die obersten Befehlshaber halten dies nicht für wesentlich. Doch wer die überlegene Radartechnologie besitzt, erringt entscheidende Vorteile im Kriegsgeschehen. Mögliche Gesundheitsgefahren für Techniker an den Geräten beachtet im Krieg kaum jemand, auch wenn es schon damals Hinweise gibt.

Jähe Wende

Im Frühjahr 1943 spüren alliierte Flugzeuge immer häufiger die geheim operierenden deutschen U-Boote in der Weite des Atlantiks auf. Die gefürchtete U-Boot-Waffe, die unsichtbaren Jäger der Weltmeere, die Englands Rohstoffversorgung in die Knie zwingen, sind jetzt selbst zu Gejagten geworden. Bislang war es eher Zufall, dass deutsche U-Boote entdeckt und angegriffen wurden. Doch nun stoßen die alliierten Flottenverbände zielsicher zu.


Die jähe Wende bleibt für die Deutschen unerklärlich. Die Verluste sind immens. Im gleichen Jahr wird aus einer abgeschossenen britischen Maschine ein neuartiges Gerät geborgen. Jetzt ist klar: Den Engländern ist es gelungen, ein so präzises Radar zu bauen, dass sie sogar den Schnorchel eines U-Boots erfassen können.

Den Krieg zur See haben die Deutschen bereits verloren. Auch an allen Fronten zu Lande ziehen sich ihre Truppen zurück. Von Willisen ist inzwischen in die Marine eingetreten, als technischer Berater. Die Angst vor einer alliierten Invasion nimmt zu. Wann und wo wird sie stattfinden? Da erhält Von Willisen den Befehl, einen Radargürtel vom Nordkap bis zu den Pyrenäen zu konstruieren. Ein Frühwarnsystem für den Atlantikwall.

Tödliches Risiko



Auch in der Luft haben die Briten zum Gegenschlag ausgeholt. Längst sind Radaranlagen in den Cockpits aller Maschinen installiert. Sie führen die Bomberverbände zu ihren Zielen. Die Alliierten richten mit Bombenteppichen verheerende Schäden an, aber jeder Angriff bedeutet auch ein tödliches Risiko.


Denn immer treffen die Bomber der Royal Air Force auf deutsche Jäger, die ebenfalls mit Hilfe von Radar den Gegner ins Visier nehmen. Wieder und wieder greifen die wendigen Messerschmidt die schweren Verbände an, fügen den Alliierten empfindliche Verluste zu. 1943 tobt die Luftschlacht über Deutschland.

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