Wertvolles Zeichen der Freundschaft

Wie kam der Gundestrup-Kessel in den Besitz der Kimbern?

Ein weltberühmter Schatz ist Zeugnis für das offenbar friedvolle Zusammentreffen zweier Völker. Der silberne Gundestrup-Kessel trägt die Symbole germanischer Götter neben typischen Zeichen thrakischer Silberschmiede.

1600 Kilometer von der Heimat entfernt kamen die Kimbern ins Donaugebiet, ins heutige Ungarn und Rumänien. Dort stießen sie auf das keltische Volk der Skordisker und auf die Thraker. Von der Donau brachten die Kimbern einen weltberühmten Schatz nach Dänemark: den Gundestrup-Kessel. Zehn Kilogramm wiegt der unermesslich wertvolle Silberkessel, den ein Bauer in einem dänischen Moor fand.

Er ist eines der schönsten Kunstwerke der Völkerwanderungszeit. War es ein Opferkessel - "Ein Heiliger Gral"? Die magischen Bilderwelten, die im Norden unbekannten exotischen Tiere geben den Archäologen Rätsel um Rätsel auf. Zu erkennen sind keltische Krieger, die in die Schlacht ziehen. Tranken sie aus dem Kessel Met, um sich an ihren Siegen zu berauschen? Oder ließen sie gar das Blut geschächteter Feinde in ihn fließen?

Detektivische Spurensuche

Der Kessel ist ein nationales Monument Dänemarks. Lange Zeit glaubte man stolz, er sei im Norden Europas entstanden. Das sei leider falsch, sagt der Archäologe Flemming Kaul. Den Kessel müssen Kimbern als Beute oder Geschenk aus dem Donauraum nach Dänemark gebracht haben. Aber wie kann man das beweisen?

Über Jahre hat er detektivisch jedes Detail untersucht. Zwar sind Krieger zu sehen, deren Schilde man auch aus dem Norden Europas kennt. Sie blasen die Carnyx, Furcht einflößende Kriegstrompeten, und tragen die Symbole germanischer Götter auf ihren Helmen. Trotzdem glaubt Flemming Kaul: Die kunstvolle Arbeit ist nicht im Kulturkreis der Kimbern entstanden. Ein wichtiges Indiz: eine Göttin mit thrakischem Halsreifen. Ein gleicher wurde beim Kessel gefunden.

Opfer für die Götter?

Der Kessel war ein Symbol der Freundschaft zweier Völker, auf die die Kimbern stießen. Bei Vergleichen mit anderen Funden stellte Flemming Kaul fest: Nur Silberschmiede der Thraker waren zu solch einem Kunstwerk fähig. Auf sie müssen die Kimbern auf ihrer Wanderung gestoßen sein: doch wo?

Der Gundestrup-Kessel muss in einem Gebiet hergestellt worden sein, in dem sich diese zwei Völker gemeinsam aufgehalten haben. Und soweit aus archäologischen Quellen bekannt ist, kann das nur im Nordwesten Bulgariens und im Südwesten Rumäniens der Fall gewesen sein. Von dort also brachten Kimbern Kessel und Reif nach Dänemark. Sie sind ein Zeugnis ihrer Wanderung bis an die Donau. Bei Borremose wurde der Schatz im Moor versenkt, als Opfer für die Götter. Vielleicht als Dank für Kriegsglück, vielleicht mit der Bitte für eine bessere Heimat der Ausgewanderten in der Ferne.

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