"Wie wir wurden, was wir sind"

Redaktionsleiter Alexander Hesse über Elementares bei "Terra X"

Wie alte Kulturen entstehen und warum sie wieder untergingen - das sind Fragen, die wir seit der ersten Terra X-Sendung immer wieder aufgreifen und nach dem aktuellen Forschungsstand neu beantworten. Auch die Kräfte der Natur spielen am Sonntagabend eine wichtige Rolle. In unserem neuen Vierteiler "Die Macht der Elemente - mit Dirk Steffens" treffen die beiden großen Themenfelder aufeinander, aus denen außergewöhnliche "Terra X"-Stoffe gemacht sind.

Industrieanlage bei Nacht
Industrieanlage bei Nacht Quelle: ZDF

Jede Folge ist jeweils einem der klassischen Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft gewidmet. Schon im antiken Griechenland hatte man diesen vier Naturgewalten zugetraut, der Ursprung allen Lebens zu sein. Heute erforschen viele Wissenschaftler die Ursachen, die eine Zivilisation zum Blühen bringen oder ihren Niedergang verursachen. Die Antworten sind ebenso einfach wie erstaunlich. Denn oft ist es nicht der menschliche Genius, der den Fortschritt vorantreibt, sondern ein fast unüberwindliches Hindernis, das die Natur dem Menschen in den Weg stellt.

Untergang der Kulturen

Und längst nicht jede Hochkultur konnte Naturkatastrophen allein mithilfe des menschlichen Erfindungsreichtums überdauern. Feuer, Wasser, Erde und Luft standen nicht nur am Anfang vieler Zivilisationsprozesse, sondern waren auch für den Untergang zahlreicher Kulturen verantwortlich. Ein gutes Beispiel dafür ist die Geschichte der Anazasi-Indianer. Ein Windsystem änderte seine Bahn und brachte rund 300 Jahre lang Regen in den Mittleren Westen der USA. In dieser Zeit erblühte die Kultur der Anazasi. Sie errichteten zahlreiche Wohn- und Kultstätten wie beispielsweise die ausgedehnte Anlage im Chaco Canyon. Nach diesem Zeitraum wechselte der Wind erneut seine Richtung - das Reich der Anazasi blieb ohne Wasser und verging.

Kriege um Wasser

Kamele in der Wüste
Kamele in der Wüste Quelle: ZDF

Rund um den Globus sucht "Terra X"-Moderator Dirk Steffens nach Hinweisen für die "Macht der Elemente". In der ersten Folge geht Steffens sogar im Wortsinn durchs Feuer, um hinter die Geheimnisse dieses Elements zu kommen. An ausgewählten Orten weltweit zeigt er, wie wir Menschen unsere Angst vor den Flammen überwunden und das Feuer genutzt haben. Bis heute hängen wir in jedem einzelnen Augenblick davon ab, dass etwas verbrannt wird. Ohne Feuer wäre jede moderne Gesellschaft undenkbar. Unsere Fabriken und Maschinen basieren auf Verbrennung, der Transport von Personen und Gütern hängt von Verbrennungsmotoren ab. Ebenso abhängig sind wir von den Süßwasserreserven des Planeten. In der Vergangenheit entschied das Einsetzen oder Ausbleiben von Regen über das Schicksal vieler Zivilisationen, und selbst in der Gegenwart hängen Großstädte am Tropf kilometerlanger Wasserleitungssysteme. Etliche Zukunftsforscher sagen ja voraus, dass künftige Kriege nicht mehr um Öl, sondern um Wasser geführt werden. Das Element Erde schenkt uns Materialien, ohne die Hochkulturen undenkbar wären. Erst die Gesteine und Metalle aus dem heißen Bauch des Planeten machten die Erfindung zahlloser Werkzeuge möglich - die Voraussetzung für jeden technischen Fortschritt.

Und natürlich ist die Luft ein wichtiger Lebensbaustein. Elementar als Atemluft. Darüber hinaus gestalten die Windsysteme das Schicksal großer Zivilisationen in erstaunlicher Weise mit. Dort, wo trockene Winde Wüsten aufhäuften, entstanden Barrieren, die der Mensch lange Zeit nicht oder nur schwer überwinden konnte. So trennte die Sahara zum Beispiel für lange Zeiträume die Kulturen an der nordafrikanischen Küste von den Ländern im Süden des Kontinents. Andererseits ermöglichten die regelmäßigen Luftbewegungen um den Äquator schließlich den internationalen Schiffsverkehr mit großen Segelschiffen. Winde waren die Voraussetzung dafür, dass der Mensch den gesamten Globus erobern konnte. Dirk Steffens segelt in Indonesien mit einem traditionellen Boot und erklärt, wie selbst größte Entfernungen mithilfe des Windes schon sehr früh überwunden werden konnten.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet