Wirkungsanalyse im Labor

Pharmakologischer Prüfstand

In der Universität Bayreuth lässt Renate Germer die Ausbeute ihrer Spurensuche von einem renommierten Chemiker untersuchen. Er ist auf die Analyse von Arzneilpflanzen spezialisiert.

Karlheinz Seifert soll herausfinden, welche Stoffe in den altägyptischen Heilpflanzen gewirkt haben. Für Renate Germer ist die Rizinuspflanze sehr wichtig. In Papyrus Ebers ist ihr ein ganzes Kapitel gewidmet. Und seltsamerweise ist vor allem das Blatt dort auch als Heilmittel erwähnt.

Wahre Wunderdinge

Auch die Rose von Jericho kommt auf den pharmakologischen Prüfstand, ebenso wie der Ägyptische Zahnbaum (Balanites Ägyptica), der wahre Wunderdinge vollbringen soll. Balanites Ägyptica enthält Saponine, sie wirken stark toxisch auf Schnecken und Fische, und so versucht man Wurmbefall zu bekämpfen.

Dann natürlich die Schlafbeere, die roten Perlen aus den Blütenhalskragen des Tutenchamun. Welche Wirkstoffe enthält die Schlafbeere? Verraten diese etwas über die Krankheit des jungen Pharao und seinen frühen Tod? Bisher konnte Seifert schon eine Substanz mit Antistressaktivität isolieren.




Seifert will das alte Heilwissen der Ägypter im Labor wiederentdecken. Es geht auch um die Nutzbarmachung des versunkenen Wissenschatzes der Ärzte am Nil. Wie kann man heute von der Medizin der Ägypter profitieren? Die Forscher sind heute in der Lage, das wirksame Prinzip zu finden, dieses wirksame Prinzip zu isolieren, die Struktur zu bestimmen und auch zu synthetisieren.

Erste Erfolge

Keine einfache Aufgabe, denn in einer einzigen Pflanze kommen hunderte von chemischen Verbindungen vor, die bei der Behandlung eine Rolle spielen können. Trotzdem präsentiert Seifert erste Erfolge: Rizinus ist viel mehr als ein Abführmittel. Seine Blätter enthalten entzündungshemmende Stoffe und waren deshalb der ideale Wundverband. Noch wichtiger für den Wissenschaftler: Das hochgiftige Ricin könnte gegen Krebszellen eingesetzt werden.


Welche Krankheiten der Pharaonen wurden mit welchen Mitteln behandelt? Warum trug Tutenchamun rote Beeren auf seiner Brust? Seiferts Antwort: Gewisse Substanzen der Schlafbeere stärken das Immunsystem, andere bauen Stress ab und dem darin enthaltenen Withaferin A schreibt er gar Anti-Tumorwirkung zu.

Totenkranz voller Rätsel

Die Gerüchte um eine aphrodisierende Wirkung der Lotusblüten konnten die Bayreuther chemisch nicht bestätigen. Die Girlanden am Sarkophag von Ramses dem Großen waren also kein "Viagra für Pharaonen". Tutenchamuns Totenkranz gibt weiter Rätsel auf. Mit der Untersuchung der darin verwendeten Mimusops-Blätter betreten die Forscher Neuland. Wird es je gelingen den Arznei-Code der Ärzte der Pharaonen vollständig zu knacken?

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