Wo Astronomie Geschichte schrieb

Über die Dreharbeiten in Potsdam

Mit dem Potsdamer Telegrafenberg und seiner besonderen Atmosphäre wurde ein historisch bedeutsamer Drehort für "Faszination Universum" gewählt: Dank des Großen Refraktors, der bei seiner Eröffnung 1899 das größte Linsenteleskop der Welt war und heute noch das viertgrößte seiner Art ist, wurde einst die interstellare Materie entdeckt.

Astrophysikalisches Institut Potsdam (Außenansicht)
Astrophysikalisches Institut Potsdam (Außenansicht) Quelle: ZDF

Vor einigen Jahren wurde das gewaltige Teleskop restauriert und bietet heute eine wunderbare Umgebung, um Themen aus der Physik und Astronomie verschiedener Jahrhunderte im stimmungsvollen Rahmen zu präsentieren. Die Geschichte des Telegrafenbergs beginnt 1832: Auf der knapp hundert Meter hohen Erhebung wurde südwestlich von Berlin eine Telegrafenstation eingerichtet. 20 Jahre später schloss man sie wieder, da sie nach der Erfindung der elektrischen Telegrafie nicht mehr benötigt wurde.

Pioniere der Astrophysik

Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts begann man, auf dem Hügel zahlreiche wissenschaftliche Observatorien zu errichten. Heute ist der Telegrafenberg eine Außenstelle des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam. Sein Vorgänger, das Astrophysikalische Observatorium Potsdam, wurde 1874 gegründet. Es widmete sich als erste Forschungseinrichtung weltweit der Physik von Sternen. Man führte Sonnenbeobachtungen durch, und auch mit der Entwicklung der Relativitätstheorie war das Institut verbunden.

Bereits 1700 war die Berliner Sternwarte gegründet worden. Zahlreiche Entdeckungen, wie die des Planeten Neptun durch Johann Gottfried Galle, hatten sie bekannt gemacht. Ende des 19. Jahrhunderts war ein Umzug aus der rasch wachsenden Großstadt notwendig geworden. 1913 konnte auch die Berliner Sternwarte unter der Leitung von Herrmann von Struwe in das neue Gebäude auf dem Babelsberg umsiedeln.

Das Institut heute

Hier setzte Paul Guthnick, der Nachfolger des verstorbenen von Struve, Maßstäbe, als er 1913 die lichtelektrische Fotometrie zur Helligkeitsbestimmung von Sternen einführte. Ausgestattet mit den größten und besten Teleskopen der Welt - dem 65-Zentimeter-Refraktor und dem 120-Zentimeter-Spiegelteleskop - galt die Babelsberger Sternwarte in den zwanziger und dreißiger Jahren als bestausgerüstetes Observatorium Europas.

Der Große Refraktor im Astrophysikalischen Institut Potsdam
Großer Refraktor Potsdam Quelle: ZDF

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das AOP als Forschungsstandort von der Deutschen Akademie der Wissenschaften übernommen. 1969 entstand daraus das Zentralinsitut für Astrophysik der DDR. Ende 1991, nach dem Mauerfall, wurde das Zentralinstitut aufgelöst und unmittelbar danach als Astrophysikalisches Institut Potsdam (AIP) in die Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen, einem Zusammenschluss außeruniversitärer Forschungseinrichtungen in Deutschland. Heute ist das Institut einer der Hotspots der Astrophysik. Zu seinen vorrangigen Forschungsfeldern zählen kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik. Außerdem ist das AIP Kompetenzzentrum für die Entwicklung von Forschungstechnologien. So werden beispielsweise neue optische Instrumente für die Spektroskopie in Potsdam getestet. Seit April 2011 trägt das AIP den Namen Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam.

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