Yale Expedition nach Peru

Bingham gilt als Vorreiter der interdisziplinären Forschung

Nachdem Hiram Bingham sich bereits 1910 als "Entdecker" im who is who of America eintragen ließ, plant er eine Expedition im großen Stil. Im Mai 1911 will er aufbrechen. Innerhalb weniger Monate versucht er das erforderliche Budget aufzubringen. Das Geld seiner Frau will er nicht erneut für berufliche Zwecke nutzen.

Expeditionsteilnehmer (Spielszene) Quelle: ZDF

Der smarte Hawaiianer ist clever. Bingham kreiert Forschungsthemen nach dem Geschmack der Yale-Verantwortlichen. Er plant die wissenschaftliche Erschließung einer unbekannten Region in Peru und will verschollene Inkastätten entdecken. Ganz oben auf Binghams Liste aber steht der Mount Coropuna. Eine Erstbesteigung des angeblich höchsten Berges von Nord- und Südamerika würde Aufmerksamkeit erregen.

Alfreda Mitchell Quelle: ZDF

Neue und moderne Forschung

Yale stellt einen Teil des Budgets zur Verfügung. Den Rest bringt schließlich doch Binghams Frau für ihn auf. Bingham plant die "Yale Peruvian Expedition" neu und modern. Das Equipment lässt sich der Hawaiianer sponsern. Er berichtet dem Kodak-Gründer George Eastman von der geplanten Reise und bittet um Unterstützung. Eastman stimmt zu: Kodak liefert das modernste Kamera- und Filmmaterial der damaligen Zeit.

Um die hohen Erwartungen zu erfüllen, stellt er ein Team mit sieben Forschern aus verschiedenen Fachrichtungen zusammen. Die interdisziplinäre Ausrichtung von Binghams Expedition ist eine Pioniertat. Der Biologe Harry Foote soll die Flora und Fauna erkunden. Binghams Assistent Paul Baxter Lanius ist ein Student aus reichem Hause. Er hat bereits einige Jahre in Peru gelebt und kennt sich vor Ort bestens aus. Herman Tucker, ein erfahrener Bergsteiger, soll für das oberste Ziel der Expedition dienlich sein: die Bezwingung des Mount Coropuna.

Karte Verbreitungsgebiet der Inka Quelle: ZDF

Detaillierte Planung

Cuzco ist der erste Zwischenstopp der Yale Expedition im Juli 1911. In der ehemaligen Hauptstadt des Inka-Reiches beginnt Bingham mit der detaillierten Planung der Forschungsreise. Für seine Expedition hat sich Hiram Bingham das größte Reich in der Geschichte Amerikas ausgesucht. Es erstreckte sich auf einer Länge von fast 5000 Kilometern und umfasste die heutigen Staaten Peru, Bolivien, Argentinien, Ecuador und Chile.

Cuzco war politisches, religiöses und kulturelles Zentrum des Reiches. Hier residierten die Inka Herrscher. Eindrucksvolle Bauten sollten ihrer Macht einen angemessenen Rahmen geben. Da die moderne Stadt auf den alten Grundmauern der Inkagebäude errichtet wurde, sind davon nur noch Überreste zu sehen. Ein spanischer Chronist wird später schreiben: "Diese Stadt ist die beste und größte, die ich in diesem Lande und überhaupt auf dem amerikanischen Kontinent gesehen habe."

Kenner von Land und Leuten

Doch für die Schönheiten Cuzcos hat Bingham keinen Blick. Auf der Suche nach Hinweisen trifft er sich mit dem Rektor der örtlichen Universität. Albert Giesecke gilt als intimer Kenner von Land und Leuten. Er erzählt Bingham von einem Ausritt entlang des Urubambaflusses. Zudem bekommt er von Giesecke den Tipp, dass ein Plantagenbesitzer namens Melcher Arteaga in Mandor Pampa alte Inka-Ruinen oberhalb des Canyons kennen würde.

Wackelige Brücke Quelle: ZDF

Auf den alten Pfaden der Inka begibt sich Binghams Expedition von Cuzco ins Urubamba-Tal. Damit die Anweisungen der Herrscher auch in die entlegendsten Provinzen übermittelt werden konnten, überzog ein Straßennetz von mehr als 30.000 Kilometern das Reich. Die Nord-Süd Verbindung, die so genannte "Königstraße" war mit rund 6000 Kilometern die längste Straße der damaligen Welt. Drei Tage lang marschieren Binghams Männer durch unwegsames Gelände. Beeindruckt von der rauen Schönheit der Anden schießt Bingham erste Fotos.

Sonderbarer Besuch

Bei der Suche nach den Inkastätten bekommt Bingham Unterstützung von der peruanischen Regierung. Sergeant Carrasco wird sich als zuverlässiger Begleiter erweisen. In Mandor Pampa ist der Farmer Melchor Arteaga bereits über den sonderbaren Besuch informiert. Umgehend spricht Bingham mit dem Farmer, als Übersetzer dient Carrasco: "Als ich ihn fragte, wo die Ruinen seien, deutete er direkt nach oben zum Gipfel des Berges."

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