Yaxchilan: "Ort der grünen Steine"

Verwunschene Mayastätte

Die Lakandonen zählen nur noch einige hundert Menschen. Dieses Mayavolk in ihrer weißen Tracht ist wie ihre Ahnen als Jäger und Sammler unterwegs. Ganz selbstverständlich nutzen die Indianer bei Krankheiten Pflanzen aus dem Regenwald, ihrer grünen Apotheke.

Träge zieht der Grenzfluss Usumacinta zwischen Guatemala und Mexiko durch historisches Maya Land. Er ist der längste und wasserreichste Fluss Mittelamerikas. Gefährliche Strömungen erschweren die Reise. Für das alte Volk war dieser Strom eine wichtige Handelsroute. Der dichte Regenwald hat viele Ruinen überwuchert. Was mag in ihm noch verborgen liegen?

Natürliche Festung

An einer Flussschleife, die eine natürliche Festung bildet, liegt Yaxchilan: der "Ort der grünen Steine". Gegründet wurde die Stadt im 4. Jahrhundert von einem Fürsten mit Namen Penis Jaguar. Der Weg führt hinauf zum Sitz des Königs Schildjaguar. Im Türsturz ist eine Darstellung eingemeißelt.




Die Mondgöttin beeinflusste nach der Vorstellung der Maya die Geburt. Sie war eine Gottheit der Frauen und damit vermutlich auch mit der Heilkunst verbunden.

Selbstbewusste Fürsten

Wie viele verwunschene Mayastätten wurde auch Yaxchilan erst im 19. Jahrhundert von Forschungsreisenden wieder entdeckt. In romantischen Zeichnungen dokumentierten sie, was sie vorfanden, ihnen aber ein Rätsel blieb. Heute weiß man, dass die Stadt vor über tausend Jahren aus bislang unbekannten Gründen aufgegeben wurde. 300 Gebäude wurden bisher gefunden. Zeichen des Selbstbewusstseins der Fürsten von Yaxchilan.

Der Adel der Maya musste regelmäßig Blutopfer leisten. Die Blutopfer dürften der Höhepunkt mehrtägiger Rituale gewesen sein. Nikolai Grube betritt ein unterirdisches Labyrinth, das offenbar eine wichtige Kultstätte war.


Blutopfer haben zu erheblichen Verletzungen geführt. Wie versorgten die Maya-Ärzte anschließend die Wunden ihrer Fürsten? In den Gräbern der Könige wäre vielleicht eine Antwort zu finden. Alte Berichte weisen auf eine Höhle als Fürstengruft hin. Möglich, dass in so trockener Umgebung auch nichtsteinerne Zeugnisse der Maya die Zeiten überdauert haben.

Kriegerische Welt

Die nahe gelegenen Ruinen von Bonampak sind immer noch ein Heiligtum der Lakandonen. Wandmalereien stellen eine kriegerische Welt dar. Lange glaubte man, dass die Maya ein friedliches Volk gewesen seien. Tatsächlich müssen sie oft in einem Blutrausch gelebt haben. Die Bilder erzählen von Schlachten, Morden und Gemetzel. Sie zeigen Gefangene, die zu Ehren der Götter ihre grausame Hinrichtung erwarten. Eine Frau zelebriert das Blutopfer. Sie bohrt sich einen Rochenstachel durch die Zunge.

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