ZDF-Zuschauer als "Jahreszeiten-Melder"

Userfotos beim Zweiteiler "Die Macht der Jahreszeiten"

Wo sind die ersten Schmetterlinge und wo ist das heftigste Sommergewitter zu sehen? Wie wandelt sich das Antlitz eines Moselweinbergs im Laufe der Jahreszeiten? Für die zweiteilige Terra X-Dokumentation "Die Macht der Jahreszeiten" war ein TV-Team ein Jahr lang in ganz Deutschland unterwegs. Doch ihre Kameras konnten nicht überall sein und so waren die User aufgefordert worden, Bilder und Videos einzuschicken.

Als ich noch ein Kind war, mich auf die großen Sommerferien freute und mir die Zeit vom 1. bis 24. Dezember noch mit dem Öffnen der Türen im Adventskalender zu verkürzen hoffte, war die Welt der Jahreszeiten noch in Ordnung. Jeder von uns hatte eine bestimmte Vorstellung davon, wie ein richtiger Sommer sein muss: warm und trocken mit viel Sonne von Juni bis August – und was zu einem schönen Winter gehört: weiße Weihnachten mit Kälte und Schnee von Dezember bis Februar. Wenn man über die Jahreszeiten spricht und einen Film plant, merkt man schnell, dass das Thema jeden berührt. Jeder hat eine feste Vorstellung davon, was zu einem Frühling, zum Sommer, Herbst und Winter gehört. Die vier Jahreszeiten in Deutschland muss man nicht erklären, aber sie zu beschreiben, kann zu einem echten Problem werden. Denn jeder verbindet etwas anderes mit ihnen – und zwar zu Recht.

Ehrenamtliche Helfer unterstützen die Arbeit von Meteorologen

Maikäfer bei Nacht
Bilder in außergewöhnlich guter Qualität: Foto eines Maikäfers Quelle: Philipp Niemeyer

Schon sehr früh haben Meteorologen und Klimaforscher ganz Deutsch­land – vom Schwarzwald bis in die Uckermark – in unterschiedliche Regionen unterteilt, in sogenannte "Phänologische Naturräume". Das sind Gebiete, die sich nach Landschaft, Vegetation und Klima voneinander unterscheiden, und sei der Unterschied auch noch so klein. Immerhin sind es über 500 solcher Naturräume! Und in jedem dieser über 500 Gebiete treten auch die Jahreszeiten unterschiedlich in Erscheinung. Am Boden­see blühen die Äpfel zu einer anderen Zeit im Jahr als an der Elbe. Die Blätter an Ahorn oder Eiche verfärben sich auf Rügen später als im Sauerland und auf manchen Halligen gibt es weder das eine noch das andere. Da all das unsere Jahreszeiten prägt, ist klar, wie vielfältig das Thema ist.

Die sich mit den Jahreszeiten wissenschaftlich beschäftigenden Meteo­rologen – man nennt sie Phänologen, weil sie erforschen, wie die Natur "erscheint" und sich je nach Jahreszeit präsentiert – die Phänologen also greifen bei der Beobachtung und Bestimmung der Jahreszeiten auf ehrenamtliche Helfer zurück, weil sie nicht überall zugleich sein können. Über ganz Deutschland verteilt gibt es etwa 1300 solcher "Melder", die nach einer Einweisungs- und Anlernphase ihre Beobachtungen auf Meldeblätter oder online ausfüllen und an die Zentrale des Deutschen Wetterdienstes nach Offenbach bei Frankfurt am Main schicken.

Bilder von großartiger Vielfalt und Qualität

Baum im Herbstlaub
Zu jeder Jahreszeit wurden stimmungsvolle Bilder abgeliefert. Quelle: Frank Hebestreit

Als wir die Dokumentationen planten, überlegten wir, ob solche "Wetter-Melder" uns nicht unterstützen könnten. Für die zweiteilige "Terra X"-Dokumentation "Die Macht der Jahreszeiten" würden wir ein Jahr lang in ganz Deutschland unterwegs sein. Doch unsere Kameras können nicht überall sein. Wie wäre es, wenn die ZDF-Zuschauer uns an ihren Beo­bachtungen der Jahreszeiten teilnehmen ließen, unsere "Jahreszeiten-Melder" wären? Wo sind die ersten Kirschblüten oder das heftigste Sommergewitter zu sehen? Wie wandelt sich das Antlitz eines Mosel­weinbergs im Verlauf der Jahreszeiten?

Mit Hilfe der ZDF-Online-Redaktion gelang es uns, diese Idee in die Tat umzusetzen. Es entstand eine Website, auf die Zuschauer ihre Fotos und Videos hochladen konnten: Krokusfelder am Bodensee, Sommergewitter in der Eifel, herbstliche Weinberge an Saale und Unstrut, Winterimpressi­onen in der Lausitz. Das Echo auf die Call-in-Aktion war überwältigend. Danke an alle Amateur- und Profifotografen für ihre Bilder, die in den Film einfließen konnten und darüber hinaus einen Schatz an sich bilden: ein Bilderbuch der Jahreszeiten aus deutschen Landen.

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