Zeitalter der Entdeckungsfahrten

Spanien und Portugal brechen als erste Mächte Europas zu neuen Ufern auf

Vielleicht ist es der älteste Traum der Menschheitsgeschichte: die ganze Welt in Besitz zu nehmen. Tausend Mal ist er geträumt worden - von Kaisern, Königen und Päpsten. Der erste, der glaubte, die Weltherrschaft in seiner Person zu bündeln, war Alexander der Große, der griechische Eroberer, der mit seinen Truppen bis nach Indien kam. 2000 Jahre später träumen diesen Traum zwei Völker: Spanien und Portugal.

Karavelle auf See Quelle: ZDF

Dass gerade Portugal und Spanien als erste Mächte Europas zu neuen Ufern aufbrechen wollen, ist kein Zufall. Beide Länder liegen am äußersten westlichen Rand Europas. Der Landweg nach Indien ist weit, gefahrvoll und kostspielig. Denn er führt durch viele andere Länder. Blickt man aber von der iberischen Halbinsel nach Westen, dann eröffnet sich der weite, grenzenlose Ozean. "Ultramar - Über das Meer!" wird zum Schlachtruf. Waghalsige Seefahrer dringen in immer weitere Fernen vor: Afrika, Indien, China, Amerika. Die Welt ist groß geworden. Doch wem soll sie gehören?

Karte der Iberischen Halbinsel Quelle: ZDF

Globaler Wettlauf um Macht und Reichtum

Dem kleinen Portugal traute keiner den Griff nach der Weltherrschaft zu. Doch das neue Zeitalter der Entdeckungsfahrten bewegt sich nach ganz eigenen Gesetzen. Sie katapultieren das Land weit nach vorne beim globalen Wettlauf um Macht und Reichtum. An der Südwestspitze Europas gründet der portugiesische Prinz Heinrich eine Universität für Geografen und Seefahrer. In Sagres befindet sich die Kommandozentrale einer ehrgeizigen Geheimoperation: Die Entdeckung des Seewegs nach Indien. Für dieses große Ziel revolutioniert "Heinrich der Seefahrer" die Schifffahrt - und das Weltbild seiner Zeit.

Zeichnung einer Karavelle Quelle: ZDF


Heinrichs Spezialistenteam vereint die besten Köpfe des Reiches. Mit ihren Fähigkeiten als Kartenzeichner und Bootsbauer gelingt der technologische Durchbruch. Ein Superschiff entsteht: die Karavelle. Sie ist eine völlig neue Kombination arabischer Segeltechnik mit einer deutschen Bootsform. Nach dem präzisen Masterplan konstruiert die königliche Werft das ideale Fahrzeug für die Reise in unbekannte Gewässer: Mit ihm kann man an flachen Küsten anlanden und sogar gegen den Wind kreuzen. Die Karavellen segeln auf dem Atlantik immer weiter nach Süden. Doch die Gefahren einer langen Seereise verhindern schnelle Erfolge - der Mangel an Nahrung und Trinkwasser an Bord fordert große Opfer. Aber mit jeder Expedition kommen die Portugiesen dem Ziel näher - zum Staunen der Welt.

Spaniens neue Ziele

Die spanische Königin Isabella gibt Kolumbus ihren Segen für die Reise Quelle: ZDF


Auch in Spanien wird 1492 ein neues Kapitel der Geschichte aufgeschlagen: Vor Granada besiegt ein christliches Heer den letzten muslimischen Herrscher im Lande. Nach ihrem militärischen Triumph kann das spanische Königspaar Ferdinand und Isabella neue Ziele in Angriff nehmen. Der Plan eines gewissen Christoph Kolumbus bietet die faszinierende Aussicht, dem Konkurrenten Portugal beim Wettlauf nach Indiens Schätzen zuvorzukommen. Die junge Königin hat lange gezögert, doch jetzt ist die Zeit reif für den Aufbruch zu neuen Ufern. Isabella erteilt dem kühnen Unternehmen ihren königlichen Segen. Sie hofft auf die Verbreitung des christlichen Glaubens in Übersee - und vor allen Dingen auf reiche Beute.

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