Zum Abu Ballas-Berg

Rastplatz der Karawanen

Die westliche Wüste ist ein offenes Buch der Erd- und Menschheitsgeschichte mit geologischen Formationen aus der Urzeit und antiken Karawanenstationen.

Am Cheops-Felsen fanden die Forscher auch ein Relief mit einer Art Landkarte, an der sich vielleicht die Karawanen orientierten. Auf diesen Reliefs sind durch die ägyptischen Zeichen für "Wasser" und "Berg" die Rastplätze der Karawanen verzeichnet.

Der Abu Ballas-Trail

Carlo Bergmann notierte jeden Rastplatz auf seiner Route in einer eigenen Karte. Ein späterer Vergleich mit den Wandreliefs könnte den erhofften Beweis bringen. Auf seinen Streifzügen durch unerforschtes Gebiet orientierte sich Bergmann immer wieder an steinernen Zeichen, den Alamat. Schon vor Jahrtausenden halfen die Leuchttürme der Wüste den Pionieren, die Richtung zu halten. Die natürlichen Punkte markierten eine Handelsstraße, den uralten Abu Ballas-Trail. Die Wegzeichen, aneinandergereiht wie Perlen an der Schnur, offenbaren den Streckenverlauf von den Oasen bis hin zum Gilf Kebir.

Wie Flossen riesiger Urzeitfische ragen die Yardangs aus dem weichen Flugsand. Diese bizarren Gesteinsformationen entstanden, als vor 100 Millionen Jahren der große Ozean verschwand, der weite Teile Nordafrikas bedeckt hatte. In frühgeschichtlicher Zeit war dieses Gebiet ein Paradies mit üppiger Flora und Fauna. Noch die Pharaonen sollen dorthin gereist sein, um Großwild zu jagen.

Dramatischer Klimawandel

In einer der trockensten Regionen der Erde gibt es Felsbilder von Giraffen und anderen Tieren. Und die Klimaforschung hat nachweisen können, dass die Sahara vor 10.000 bis etwa 6000 Jahren eine feuchtere Periode erlebt hat. Doch ein dramatischer Klimawandel vertrieb die Ureinwohner der Sahara aus dem ehemals fruchtbaren Terrain. Sie zogen gen Osten bis an die Ufer des Nils. Siedlungsfunde belegen die große Völkerwanderung. Seither ist die menschenleere Wildnis abseits der Oasen weitgehend Terra incognita.

Karawanenstation oder Militärlager

Das nächste Etappenziel der Kölner Forscher ist der Abu Ballas-Berg. Wie der Name "Vater der Krüge" verrät, war dort die nächste Wasserstation eingerichtet. Ein englischer Geologe stieß 1918 zufällig auf das große Lager. Carlo Bergmann entdeckte hier nicht nur zahlreiche weitere Kruglager, sondern auch direkte Spuren der Eselstracks und zeigte damit, dass der Abu Ballas nur eine Station auf diesem Weg war, der von Dachla aus Richtung Südwesten bis zur Grenze von Libyen führte. War der Abu Ballas ein Militärposten zum Schutz gegen Feinde aus dem Westen? Den Boden rund um den geschichtsträchtigen Ort bedeckten einst Hunderte von Tonkrügen. Die Reste stammen aus pharaonischer, aber auch aus persischer Zeit.

Wer waren die Menschen, die das rettende Depot nach strapaziösem Marsch erreichten? Die Bruchstücke allein gaben darauf keine Antwort. Mit einem leichten Kastendrachen, der mit einer herkömmlichen Digitalkamera ausgerüstet war, machten die Kölner Luftaufnahmen der Gegend. Aus der Vogelperspektive ist die Reihung der Wegzeichen gut zu erkennen. Sie markieren den weiteren Verlauf der Wüstenroute.

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