Zwischen Himmel und Erde

Astronaut Thomas Reiter entdeckt für das ZDF unseren Planeten

Thomas Reiter kennen die meisten von seinen Flügen ins All. Schon zweimal war der gebürtige Hesse im Orbit unterwegs. Für die Reihe "Expedition Erde" ist er nun zu bemerkenswerten Orten auf unserem Planeten gereist. Obwohl er von je her in luftigen Höhen zuhause war, übte die Erde dabei eine ganz besondere Anziehungskraft auf ihn aus.

Reiter als Astronaut Quelle: ZDF
Reiter im Hubschrauber Quelle: ZDF


Schon zu Studienzeiten befasste sich Thomas Reiter mit dem Aufstieg in den Himmel. Im Fach Luft- und Raumfahrttechnik machte der heute 50-Jährige seinen Abschluss als Diplomingenieur an der Bundeswehr-Universität in Neubiberg. Gleich darauf ließ er sich in den USA zum Jetpiloten ausbilden. Eine Stationierung in Oldenburg folgte, wo er als Flugeinsatzoffizier und stellvertretender Staffelchef aktiv war. Als die ESA 1989 mit der Suche nach Kandidaten für ihre zweite Astronautentruppe begann, meldete sich Reiter - und wurde ausgewählt. 1992 war er offizieller ESA-Raumfahrer und startete in seine Grundausbildung.

Vom Schwimmbad ins wilde Wasser

Dabei musste er sich unter anderem in großen Tauchbecken auf Außenbordeinsätze im Weltraum vorbereiten. Weil es dabei in der Ferne nur Kacheln zu sehen gab, eröffneten sich für Reiter während seiner Tauchgänge für "Expedition Erde" ganz neue Perspektiven. "Dass ich die Möglichkeit hatte, jetzt in der Kontinentalspalte von Thingvellir auf Island zu tauchen, war absolut fantastisch", freut er sich. "Das Wasser ist total klar, man kann über 100 Meter weit schauen - und das hat mich wirklich begeistert."

Reiter im Tauchanzug Quelle: ZDF

Am 3. September 1995 startete der Träger des großen Bundesverdienstkreuzes zu seinem ersten Flug in den Weltraum. "Als ich die Erde zum ersten Mal aus dem All gesehen habe, wurde mir klar, wie klein unser Heimatplanet im Vergleich zur Unendlichkeit des Weltraums ist - und wie verletzlich", erzählt Reiter heute. Durch den Blick auf die Erde als Ganzes habe sich seine Sicht auf Themen wie Klimawandel, Umweltschutz und Grenzen des Wachstums verschoben. Er weiß: "Wir sitzen alle in einem Boot und können auf die großen globalen Fragen nur gemeinsam Antworten finden."

Schöne Aussicht im All

In den insgesamt 179 Tagen seiner ersten Weltraumreise absolvierte Reiter zwei Außenbordeinsätze. Erfahrungen, die ihn tief beeindruckten: "Dort draußen bewegt man sich mit 28.000 Stundenkilometern um die Erde und hat einen wahnsinnig tollen Ausblick."


2006 nahm er an der ersten europäischen Langzeitmission "Astrolab" an Bord der internationalen Raumstation ISS teil, wo er auch einen weiteren Orbit-Spaziergang mit Blick auf die Erde unternahm. "Die Raumfahrt hat uns diese Außenansicht ermöglicht", sagt Reiter, "moderne Forschung kann heute angeregt durch die neue Perspektive in zunehmendem Maße globale Phänomene erklären, weil Forscher mehr und mehr den Planeten und seine Funktionen als Gesamtheit sehen und sich nicht auf lokale Phänomene konzentrieren."

Reiter vor Dampfschwaden auf Island Quelle: ZDF

Die Zuschauer sensibilisieren

Weil dieses Wissen nicht nur Wissenschaftler angeht, setzt Reiter auf die ZDF/BBC-Reihe "Expedition Erde": "Fernsehprogramme wie dieses veranschaulichen das neu gewonnene Wissen und zeigen durch spektakuläre Bilder vor allem eines: Es ist wichtig, diesen einzigartigen Planeten in seiner unglaublichen Vielfalt auch für künftige Generationen zu bewahren."

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