Das Geheimnis der Pharaonen

Über Macht, Religion und Architektur im alten Ägypten

Die erste Weltmacht der Geschichte schuf mit einfachsten Mitteln monumentale Bauwerke. Pyramiden, gigantische Dämme, Festungen und Tempel zeugen bis heute von der verblüffenden Leistungsfähigkeit des ägyptischen Reiches.

Der Unterhalt großer Arbeiterheere ruinierte zwar immer wieder den Staatshaushalt, doch jedes neue Mega-Bauwerk sicherte auch die gottgleiche Stellung des Herrschers.

Tore zum Jenseits

Ursprünglich waren die Gräber der ägyptischen Herrscher einfache Lehm- und Ziegelkonstruktionen, so genannte "Mastabas". Sechs Generationen von Pharaonen und ihre tüchtige Bauherren verwandelten die königlichen Grabstätten zu Monumentalbauten: den Pyramiden. Sie sind bis heute die Hauptattraktion der antiken Welt. Die ägyptischen Herrscher schufen sich - zu Lebzeiten in Auftrag gegeben - mit ihnen ein Portal zum Jenseits.

Ägyptische Sklaven arbeiten in einem Steinbruch Quelle: ,HC

Heute geben noch rund 80 monumentale Bauwerke Zeugnis von diesen architektonischen Meisterleistungen. Die Cheopspyramide von Gizeh, mit einer Höhe von 136 Meter, gilt als das siebte Weltwunder der Antike. Sie ist beinahe exakt symmetrisch. Wie genau die pompösen Königsgräber errichtet wurden, ist bis heute nicht ganz geklärt. Neuste Studien vermuten, dass die Gesteinsblöcke von bis zu 2,5 Tonnen Gewicht über Rampen und Gerüste, die ähnlich wie Wendeltreppen an Außen-und Innenwänden der Bauwerke hochgezogen wurden, in Höhen über 100 Meter befördert werden konnten.

Die Stadt des Pharao

Der autoritäre Pharao Echnaton drängte auf einen Umsturz im alten Ägypten. Anders als seine Vorfahren, schwor er der Vielgötterei ab und verehrte nur noch einen Gott: den Sonnengott Aton. Da er seine monotheistische Auffassung durch die Macht der Amun-Priester in Theben bedroht sah, beschloss er, sich südlich von Memphis eine neue Hauptstadt am Nil zu errichten.

Nach einer Bauzeit von nur drei Jahren wurde die Stadt des Pharao, Achet-Aton, heute besser bekannt unter dem Namen Amarna, zur geschäftigsten Metropole des alten Ägyptens - geschaffen aus dem Nichts. Ihre Gestaltung war bahnbrechend: Tempel und Straßen wurden strahlenförmig vom königlichen Grab weg angelegt. Sie symbolisieren Sonnenstrahlen, die von Echnatons Geist und Seele ausgehen. Die Paläste des "Sonnenkönigs" erstrecken sich teilweise über 3000 Quadratkilometer.

Reise durch die Unterwelt

Als Sethos I. 1294 v. Chr. an die Macht kam, übernahm er ein brüchiges Königreich. Seine Strategie: Eroberung und Denkmäler schaffen. Im Karnak-Tempel hinterließ Sethos die legendäre Säulenhalle - eine der Wunder der antiken Architektur. Sie ist ein gewaltiger Wald aus 134 emporragenden Säulen - manche stehen so hoch wie sieben Stockwerke.

Die Zeichnungen auf den Wandreliefen der Säulenhalle identifizieren Sethos als Sonnengott Ra und stellen seine nächtliche Reise durch die Unterwelt dar. In der Grabkammer gipfelt diese Reise in seiner Auferstehung und Reise durch den Himmel.

"Goldener Junge" - Ramses II.

Er war der "Pharao der Pharaonen", seine Regentschaft kennzeichnet den Gipfel der Pracht Ägyptens: Ramses II. war über fast sieben Jahrzehnte Herrscher über das Land am Nil. Nach seinem beeindruckenden Sieg über die Hetither wurde zu seinen Ehren ein Felsentempel errichtet. Vor dem Prachtbau stehen 18 Meter große Statuen - die größten, die jemals in Ägypten hergestellt wurden. Zu Zeiten Ramses des Großen stehen die Tempel bei Abu Simbel als imponierende Erinnerungen für nördliche Reisende, dass ein mächtiges Königreich direkt hinter dem Horizont liegt.

Neben dem großen Tempel steht ein weiterer, der zu Ehren von Ramses' geliebter Königin, Nefertari, gemeißelt wurde. Als sich die kolossalen Bauten in großer Gefahr vor dem steigenden Wasser des Nassersees befanden, begann ein Wettlauf mit der Zeit. Die Tempel wurden in den Jahren 1963 bis 1968 in bewegbare Blöcke zerteilt und an einen neuen Ort 180 Meter landeinwärts transportiert. Dort wurden die Blöcke gegen zwei künstliche Berge aus verstärktem Zement wieder aufgeschichtet. Nach 3200 Jahren Existenz fanden die Tempel von Abu Simbel ein neues Zuhause.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet