Der Film "Lili Marleen"

Eine gescheiterte Liebe

Der Geschichte der mysteriösen Lili aus dem so berühmt gewordenen Liebeslied nahm sich 1980 der Regisseur Rainer Werner Fassbinder an. Er schrieb 1980 unter Verwendung der autobiographischen Aufzeichnungen von Lale Andersen sein Drehbuch zum Film "Lili Marleen".

Ihre Lebensgeschichte diente also als dessen Vorlage. Lale Andersens letzter Ehemann, Komponist Artur Beul, erklärte jedoch nach Erscheinen des Films, dass er sehr wenig mit dem eigentlichen Leben der Sängerin zu tun habe.

Robert und Willie

Fassbinders Film spielt zur Zeit des Dritten Reichs, im Jahr 1938, und handelt von der Liebe zwischen dem jüdischen Komponisten Robert Mendelssohn aus der Schweiz und der deutschen Sängerin Willie Bunterberg. Robert ist in einer Untergrundgruppe aktiv, die deutschen Juden bei der Flucht aus dem nationalsozialistischen Deutschland hilft. Er kann Willie dazu überreden, ihm zu helfen, doch trennen die Judenverfolgung des NS-Regimes und der Krieg das junge Paar.

Willie wird mit Hilfe der Nationalsozialisten berühmt und reich, das von ihr gesungene Lied "Lili Marleen" wird zu ihrem größten Erfolg. Trotz ihrer Beziehung mit einem Pianisten kann sie Robert nicht vergessen. Sie hält weiterhin Kontakt zu seiner Untergrundorganisation und beschafft für sie Informationen über Vernichtungslager im Osten des Reichs.

Kein Happy-End

Fassbinder und Schygulla Quelle: ap

Bei einem Versuch, Willie zu besuchen, wird Robert verhaftet und kann nur knapp einer Einweisung in ein Konzentrationslager entgehen. Der Krieg lässt die Helden des Films nicht zueinander finden und auch nach dem Krieg gibt es für das Paar kein Happy-End: Willie erfährt, dass Robert inzwischen verheiratet und als erfolgreicher Dirigent ein glückliches Leben in der Schweiz lebt.

Der Film lief in Deutschland sehr erfolgreich, doch gab es auch einige kritische Stimmen. Sie warfen Fassbinder die Art vor, wie er die Nazi-Ära dargestellt habe: zu kommerziell, zu viel Hollywood. Die Zuschauerzahlen gaben Fassbinders Konzept jedoch Recht. Auch andere erfolgreiche Nachkriegsfilme, die sich mit der Nazi-Zeit befassen, entwickelten eine ähnliche Bildästhetik wie "Lili Marleen", so zum Beispiel Max Färberbröcks Film "Aimeé und Jaguar".

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