Die Befreiung

Die lange Nacht des Kriegsendes

65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zeichnet ZDF - History die Geschichte der bedingungslosen Kapitulation Hitler-Deutschlands 1945 nach.

Die Rote Armee marschiert in Berlin ein. Quelle: dpa

Die Sendung zeigt, wie es zum Untergang des NS-Regimes und der vollständigen Besetzung Deutschlands gekommen ist. Warum folgten viele Deutsche Hitlers Durchhalteparolen bis in die Katastrophe? Weshalb erreichte der Massenmord in Auschwitz und anderswo unmittelbar vor dem Kriegsende einen weiteren schrecklichen Höhepunkt? Und wie prägte das Nürnberger Hauptkriegsverbrechertribunal in der "Stunde Null" das Bild der Deutschen von der untergegangenen Tyrannei?

Schlacht um Ostpreußen

Zeitzeugen bezeichnen es als das "schlimmste Inferno", das sie je erlebt haben: Am 12. Januar 1945 begann der Sturm auf Ostpreußen und die Tage von Hitlers "tausendjährigem Reich" waren gezählt. Mehr als anderthalb Millionen Rotarmisten zog Stalin zusammen. Die größte Streitmacht der Geschichte setzte zum finalen Schlag gegen das Nazi-Regime an. Nie würde ein sowjetischer Soldat die Reichsgrenze überschreiten, hatte die NS-Propaganda stets getönt. Das über die Zivilisten verhängte Fluchtverbot wurde oftmals erst aufgehoben, als die Sowjets bereits in Hörweite waren.

Drei Fuhrwehrke des Winter-Treks im Winter 1944/45 Quelle: dpa

Für die vom Regime begangenen Verbrechen im Osten musste die deutsche Zivilbevölkerung bitter büßen. Vor allem Frauen und Kinder hatten unter Plünderung, Vertreibung, Vergewaltigung und Mord zu leiden. 1,5 Millionen Zivilisten und rund 500.000 Wehrmachtssoldaten wurden aus den Ostgebieten evakuiert. Mindestens genauso viele fanden den Tod in einem aussichtslos gewordenen Krieg.

Kampf bis zum Untergang

In Ostpreußen wurde die materielle und personelle Unterlegenheit der Wehrmacht erschreckend deutlich. Allein in den letzten Kriegsmonaten starben noch 1,2 Millionen deutsche Soldaten. Zunehmend gewannen ideologisch motivierte Weisungen Oberhand über militärstrategische kluge Entscheidungen. Die Losung "Kampf bis zum Sieg" war in diesen Tagen in aller Munde. Schüler und Senioren wurden unter der Bezeichnung "Volkssturm" zu Tausenden in den sicheren Tod geschickt.


Warum opferten sich Millionen Frontkämpfer für eine sinnlose Verlängerung des Leidens? Warum erteilten erfahrene Befehlshaber wider besseres Wissen Befehle, die ihre Untergebenen in den sicheren Tod führten? Anhand eindrucksvoller Einzelschicksale von ehemaligen Soldaten beider Seiten werden die Gräuel und das Leid dieser Tage dokumentiert.

Befreiung von Auschwitz

Es war das größte Verbrechen des Hitler-Regimes. In den Konzentrationslagern wurden sechs Millionen Menschen ermordet. Vor allem Juden aus ganz Europa, aber auch Sinti, Roma, Behinderte, Homosexuelle und andere unliebsame Regimegegner fanden in den Vernichtungslagern den Tod. Das größte war jenes in Auschwitz/Birkenau. Als am 27. Januar 1945 sowjetische Soldaten das von der SS verlassene Lager erreichten, traten ihnen 7000 Überlebende gegenüber. Nun erfuhr die Weltöffentlichkeit vom grausamen Ausmaß der NS-Rassenpolitik - dem Massenmord, der auch vor Frauen und Kindern nicht Halt machte.

Überlebende Kinder von Auschwitz am Tag der Befreiung durch die Sowjetarmee Quelle: ap

Wie haben ehemalige Häftlinge die Verbrechen, aber auch die erlösende Befreiung durch die Rote Armee erlebt? Und wie gehen die Einwohner der polnischen Stadt Oswiecm heute mit der schrecklichen Geschichte ihres Ortes um? Diese Fragen werden von den Betroffenen selbst beantwortet.

Hitlers Helfer vor Gericht

Die Bilanz des Zweiten Weltkriegs ist erschütternd. Über 50 Millionen Menschen sind seit 1939 ums Leben gekommen. 19 Millionen Zivilisten und 27 Millionen Soldaten fanden den Tod. Allein 7 Millionen Deutsche kamen in Folge von Krieg, Verfolgung und Flucht ums Leben. Knapp anderthalb Jahre nach Kriegsende, am 16. Oktober 1946, wurden zehn Todesurteile gegen die in Nürnberg verurteilten NS-Hauptkriegsverbrecher vollstreckt.

Hermann Göring vor Gericht bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen Quelle: ap

Aus Angst vor Protesten der Bevölkerung und um "Wallfahrten" zu den Gräbern vorzubeugen, ließ das Gericht die Leichen heimlich in München verbrennen und die Asche in die Isar streuen. Die Dokumentation rekonstruiert die Geschichte eines bis heute einmaligen Gerichtsverfahrens und blickt zurück auf die kriminellen Karrieren der prominentesten von Hitlers Helfern.

Geteilte Welt

Zwölf Jahre lang waren die Nationalsozialisten in Deutschland an der Macht, sechs Jahre lang führten sie ihren Vernichtungs- und Eroberungskrieg gegen die Alliierten. Dieser Krieg sollte Deutschland, Europa und die Welt auf Jahrzehnte hin prägen und tiefe Narben hinterlassen. Durch das Land, das sich zuvor noch anschickte die Welt zu beherrschen, verlief nun die Nahtstelle einer geteilten Welt in Ost und West. Die ideologischen Blöcke, mit der Sowjetunion und den USA an ihrer Spitze, lieferten sich einen jetzt einen "kalten Krieg". Beide deutsche Staaten waren in die konkurrierenden Bündnissysteme integriert. Die Hoffnung auf ein geeintes Deutschland blieb über Jahrzehnte unerfüllt.

Erst der mutige Einsatz der Bevölkerung in der DDR im Zusammenspiel mit der sowjetischen Reformpolitik unter Michail Gorbatschow ermöglichte 1989 die Wiedervereinigung Deutschlands. Die Jahre 1989/1990 leiten schließlich die Auflösung des Ostblocks und das Ende des Kalten Krieges ein.

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