Ein Gedicht auf dem Weg an die Ostfront

Hans Leip schrieb 1915 den Text zu "Lili Marleen"

Auf dem Weg zu einem Einsatz an der Ostfront schrieb der Soldat Hans Leip das Gedicht "Lili Marleen", welches er vermutlich in Gedanken an die Jüdin Lilly Freud verfasste. Der gebürtige Hamburger war bereits nach kurzer Berufstätigkeit als Lehrer im Jahr 1915 zum Militär einberufen worden.

In den kommenden zwei Jahren wurde er zu weiteren Einsätzen an die Ostfront und in den Karpaten geschickt. Nach einer Verwundung wurde er für dienstuntauglich erklärt und konnte die Heimreise antreten.

Karriere als Schriftsteller

Nach seiner Rückkehr begann Leips schriftstellerische Karriere. Er veröffentlichte Kurzgeschichten und Kunstkritiken, daneben versuchte er sich als Grafiker. Im Jahr 1925 hatte Leip seinen Durchbruch als Schriftsteller mit dem Seeräuberroman "Godekes Knecht". Das Meer und die Seefahrt waren die vorherrschenden Themen in Leips literarischem Werk.

Den Nationalsozialisten stand Leip kritisch gegenüber. Er arbeitete in den 1930er und 1940er Jahren weiter an seinem literarischen Werk und war als Maler, Zeichner und Bildhauer tätig. 1945 zog er sich in die Schweiz zurück, wo er sich verstärkt den bildenden Künsten widmete. In der Bundesrepublik wurde Leip für sein künstlerisches Wirken und Leben mehrfach hoch dekoriert. Er starb am 6. Juni 1983 in Fruthwilen in der Schweiz.

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