Eva Hitler

Die wahre Geschichte

Die Frau an Hitlers Seite gibt bis heute Rätsel auf. War sie vor allem ein Opfer, eine naive, junge Frau, die vom Dämon Hitler verführt wurde? Eine Blondine, die sich vor allem für Sport und Mode interessierte und von Politik nichts wissen wollte?

"Es ist ein Mythos, dass Hitler mit Eva Braun - ebenso wie mit anderen Frauen in seinem Umfeld - nicht über seine Politik gesprochen hätte", sagt Dr. Heike B. Görtemaker, die erste wissenschaftliche Biografin Eva Brauns. Auch Braun sei zugleich "Zeugin und Überzeugte" gewesen.

Die heimliche Geliebte


Die meisten Deutschen hören nach dem Krieg zum ersten Mal von ihr. Dass Hilter eine Geliebte hatte, gehört zu den bestgehüteten Geheimnissen im Dritten Reich. Er habe gar keine Zeit für eine Frau, seine Braut sei Deutschland - so stilisiert sich Hitler selbst.


Im Oktober 1929 trifft Eva Braun zum ersten Mal Hitler, die 17-Jährige arbeitet als Hilfskraft im Fotogeschäft von Heinrich Hoffmann in München. Hitler ist einer von Hoffmanns besten Kunden. Hoffmann denkt ans Geschäft - Eva Braun immer öfter an den besten Kunden. Hitler macht der jungen Lehrkraft Avancen, gibt den Charmeur und lädt sie in die Oper ein.

Offiziell "Fräulein Braun"

Eva Braun schwärmt für Schauspielerei, elegante Kleider und steht gerne im Mittelpunkt. Der angehende Diktator hat eine Vorliebe für besonders junge Mädchen, die sich fügen und nicht widersprechen. Eva Braun ist gewillt, sich ihm unterzuordnen. In der Beziehung zu Eva bestimmt allein Hitler über Nähe und Distanz. Er hält sie auf Abstand, wochenlang hört sie nichts von ihm.


Zweimal will sie sich das Leben nehmen aus Kummer über die unerfüllte Beziehung. Nach dem zweiten Selbstmordversuch 1935 holt Hitler sie zu sich auf den Berghof in Obersalzberg. Offiziell gilt sie als "Fräulein Braun" - wenn Staatsgäste auf dem Berghof weilen, darf sie sich nicht blicken lassen. Als Hitler den italienischen Außenminister Graf Ciano empfängt, fotografiert Eva heimlich. Der aparte Graf entdeckt die Fotografin am Fenster und lacht zu ihr hinauf. "Da oben gibt's was Verbotenes zu sehen - Mich", kommentiert Eva den Schnappschuss in ihrem Fotoalbum nur scheinbar gelassen.

"Bunte Filmschau"

Eva Braun fotografiert und filmt unentwegt, nicht nur zum Privatvergnügen: Sie verkauft Fotos an ihren Chef Heinrich Hoffmann, der diese Bilder auch in seinen Bildbänden veröffentlicht. "Sie ist Teil der Propagandamaschinerie um Hitler herum und nicht nur, wie oft behauptet wird, lediglich Teil einer privaten Scheinidylle auf dem Berghof", sagt Heike Görtemaker.

Mit ihrer 16mm-Kamera hält Eva Braun auf dem Berghof auch politisch Brisantes fest. Ende August 1939 filmt sie einen sichtlich nervösen Hitler. Eine Nachricht aus London stellt seine Kriegspläne in Frage: Nach Bekanntwerden des Hitler-Stalin-Paktes hat die britische Regierung ihre Garantie der polnischen Unabhängigkeit noch einmal demonstrativ bekräftigt. Als Hitler davon erfährt, wird er schwankend. Deutschland droht erneut ein Zweifronten-Krieg - in der Tat eine militärische Katastrophe, wie Hitler in diesen Stunden zu ahnen scheint. Dennoch gibt er am 29. August den Befehl zum Angriff. Eva Braun ist also dabei, als der Zweite Weltkrieg politisch vorbereitet wird.

Liebe bis in den Tod

Evas Rolle an Hitlers Seite verändert sich mit den Kriegsjahren, sie wird immer mehr zu einer psychologischen Stütze für ihn. Aber noch immer ist sie die verschwiegene Mätresse, von der das Volk nichts wissen darf. Hitler hält sie mit Versprechungen bei der Stange: Heiraten ja - aber erst nach dem Endsieg. Am 7. März 1945 fährt Eva Braun nach Berlin zum Führerbunker, obwohl Hitler gewollt hatte, dass sie auf dem Berghof bleibt.

Der Diktator fühlt sich von seinen Paladinen verraten und verkauft: Herrmann Göring und Heinrich Himmler wollen Kapitulationsverhandlungen führen. Nur mein Hund und Fräulein Braun halten mir die letzte Treue, soll Hitler im vertrauten Kreis gesagt haben. Als Hitler erkennt, dass es keinen Ausweg mehr gibt, belohnt er Eva Brauns Treue mit seinem Ja-Wort in der Reichskanzlei. Am selben Nachmittag ziehen sich Herr und Frau Hitler in sein Arbeitszimmer zurück. Er geht auf Nummer Sicher, nimmt Gift und schießt sich eine Kugel in den Kopf. Sie nimmt ebenfalls Gift, Blausäure. Zu ihrer Sekretärin soll Eva Braun gesagt haben: "Ich will eine schöne Leiche sein."

Mit bislang unveröffentlichtem Bildmaterial zeichnet ZDF-History das kritische Porträt der Frau an Hitlers Seite. Vom ersten Kennenlernen bis hin zur bizarren Hochzeitszeremonie im Berliner Führerbunker - wenige Stunden vor dem gemeinsamen Selbstmord.

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