Die wahren Inglourious Basterds

Geheim-Mission "Greenup"

Der Film "Inglorious Basterds", der Starregisseur Quentin Tarantino einen riesigen Erfolg bescherte, ist angelehnt an die wahre Geschichte des deutschen Juden Fred Mayer. Dieser nahm gemeinsam mit Kameraden den Kampf gegen die Nazis auf, indem er die US-Armee mit Informationen versorgte.

Zusammen mit seiner Familie emigrierte Fred Mayer 1938 in die USA, um der Verfolgung durch die Nazis zu entkommen. Später trat er in die US-Armee ein, wo seinen Vorgesetzten schnell klar wurde, dass er sich durch seine Herkunft und die damit einhergehenden Deutschkenntnisse hervorragend für die Geheim-Mission „Greenup“ eignen würde. Ziel der Mission war es, Informationen über die so genannte "Alpenfestung" in Österreich zu sammeln, die der Wehrmacht immer wieder als Rückzugsort zur Verfügung stand. Unterstützt wurde er dabei von Hans Wijnberg, einem holländischen Juden und Franz Weber, einem zu den Amerikanern desertierter Wehrmachtsoffizier.

Hinter feindlichen Linien

Im Februar 1945 wurde der Plan in die Tat umgesetzt, und Mayer sprang mit dem Fallschirm hinter feindlichen Linien ab. Als deutscher Offizier verkleidet, gelang es ihm tatsächlich, Zutritt zu Nazi-Einrichtungen zu bekommen, in denen er über Wochen wertvolle Informationen sammelte, die Hans Wijnberg wiederum über Funk an die Alliierten weitergab. Mayer soll dabei unter anderem Daten übermittelt haben, die zur Bombardierung und vorübergehenden Blockade des Brennerpasses führten.


Doch Mayer wurde verraten und von der Gestapo verhaftet. Seinen Kameraden Hans Wijnberg und Franz Weber hingegen gelang die Flucht. Im Zuge der Inhaftierung wurde Fred Mayer auf das Schlimmste gefoltert. Besonders interessierte die Nazis der Verbleib seines Kameraden und Freundes Hans Wijnberg, der die Informationen an die Amerikaner weitergegeben hatte - aber vergeblich, Mayer verriet trotz der grauenhaften Misshandlungen nichts. Dass er überhaupt überlebt hat, hat er vermutlich der Tatsache zu verdanken, dass im Mai 1945 die amerikanischen Truppen vor den Toren Innsbrucks standen. Seinen Peinigern wurde bewusst, dass dies kein gutes Ende für sie nehmen würde, wenn sie nicht versuchen würden, guten Willen zu zeigen, um so den Übergang in die Nachkriegszeit zu erleichtern. Nach Angaben der Amerikaner war es Fred Mayer, der mit den Kommandanten der Wehrmacht verhandelte, um sie von einem friedlichen Rückzug aus Innsbruck zu überzeugen - was letztlich gelang und sowohl die Stadt vor der Zerstörung als auch viele Menschen vor dem Tode bewahrte.

Ein stiller Held

Trotz seines mutigen Einsatzes beschreiben Menschen, die Fred Mayer kennenlernen durften, als bescheidenen Menschen, der nie mit seinen Taten prahlte, sondern sie im Gegenteil selbst gänzlich unerwähnt ließ. Die Geschichte der drei Kameraden zeichnet sich ohnehin nicht nur durch heldenhaftes Verhalten aus, sondern vor allem durch Vertrauen, Liebe und Freundschaft. Der heute 92-jährige Fred Mayers lebt in Charles Town im US-Staat West Virginia.

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