Große Verlierer der Geschichte

Die Tragik des Scheiterns

Sieger schreiben die Geschichte, für den Unterlegenen bleibt meist nur die Erwähnung in einer Fußnote übrig. Indem er scheitert, kommt uns der Verlierer aber auch menschlich nahe. Er spiegelt die eigene Unvollkommenheit oder das eigene Unvermögen einen Traum wahr zu machen.

Richard Fuld, Ex-Vorsitzender der Investmentbank Lehman Brothers Quelle: reuters

Häufig liegen Sieg und Niederlage nah beeinander. Je tiefer der Fall, desto berührender die Geschichte. In der Antike nutzte die griechische Tragödie die größtmögliche Fallhöhe des Helden, um dem Zuschauer ein lehrreiches Erlebnis zu bieten.

Mitleid oder Häme

Die Bandbreite des Verlierens ist groß: Von manchen wird die Niederlage als solche nicht wahrgenommen, von manchen wird sie verdrängt, andere zerbrechen an ihr. Die Verlierer eint ihr Verlust: Es geht um Ehre, Anerkennung, den Applaus des Publikums.


Vor der Niederlage stehen oft Mut, Pioniertum und Entdeckergeist. Auch der Unterlegene hat häufig Bemerkenswertes geleistet und viel gewagt. Manchmal kommt er nur einen Schritt zu spät, manchmal wagt er den letzten nicht. Geht es dem Unterlegenen aber nicht um hehre Ziele und treiben Hochmut, Gier oder Eitelkeit sein Handeln an, schlägt unser Mitleid schnell ihn Schadenfreude und Spott für den Verlierer um.

Gnadenlose Strafe

Die spanische Armada hätte wohl ein neues Zeitalter iberischer Dominanz eingeleitet, wenn nicht heftige Stürme England zur Hilfe gekommen wären. Von Spaniens Admirälen spricht heute kaum noch jemand, Francis Drake aber wurde zum strahlenden Helden im Dienste seiner Königin.

Che Guevara Quelle: dpa

Andere große Verlierer wurden vom Schicksal für ihre menschlichen Fehler gnadenlos bestraft: Roms General Varus für seinen Leichtsinn beim Rückmarsch, Che Guevara für seine Illusionen über die Revolutionsbereitschaft der bolivianischen Bauern und die Bankmanager der Lehman Brothers für ihre Gier.

ZDF-History untersucht die Ursachen historischen Scheiterns und zeigt, wie schmal der Grat mitunter sein kann - zwischen einem Ruhmesblatt der Geschichte und einer Fußnote für den Verlierer.

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