Hitler und das Geld

Der "Führer": Multimillionär und Steuerbetrüger

Die von Hitler selbst gestrickte Legende vom asketischen, opferbereiten, selbstlosen "Führer" im Dienste seines Volkes, der sogar auf sein Gehalt als Reichskanzler verzichtet habe, ist so langlebig wie falsch.

Schwerreicher Mann

Der NS-Agitator verfügte viel früher und umfassender über Geldquellen, als noch lange nach dem Ende der NS-Zeit angenommen. Er hatte mächtige Gönner, nicht nur im In-, sondern auch im Ausland. Ohne Korruption, Willkür und mächtige verheimlichte Geldgeber wäre Hitlers Weg zur Macht nicht vorstellbar gewesen. Heute lässt sich nachweisen, wie ungeniert sich Hitler bediente und bedient wurde.

Als er 1945 Selbstmord beging, war er ein schwerreicher Mann. Schon zu Beginn seiner "Karriere" verfügte Hitler über genügend Einkünfte - wohlhabende Spender aus der Industrie finanzierten ihn heimlich. Als er an der Macht war, schien der Geldstrom kein Ende mehr zu nehmen.

Bestseller-Tantiemen

Acht Millionen Reichsmark flossen als Tantiemen für sein Buch "Mein Kampf" - das Machwerk wurde vom Staat als Geschenk an alle Neuvermählten überreicht.

Anteile am Verkauf von Briefmarken mit Hitlers Porträt, Einnahmen von Fotos, auf denen er abgebildet war, Erbschaften von Parteigenossen - all das floss in die Taschen des Reichskanzlers und "Reichspräsidenten", der zudem ab 1934 für beide Ämter Vergütungen kassierte.

Spenden der Industrie

Schon früh wurde er auch aus dem Ausland unterstützt - etwa von Henry Ford, der seit 1922 spendete. Später überwiesen auf Geheiß des US-Industriellen die deutschen Ford-Werke jährlich 50.000 Mark als Geburtstagsgeschenk auf Hitlers Privatkonto.

Zahlreiche deutsche Großunternehmen, die mit Zuwendungen die Gunst des Diktators erkaufen wollten, bemühten sich nach dem Krieg, kompromittierende Spuren zu verwischen. Doch gerade die "Adolf Hitler-Spende der deutschen Industrie" brachte zwischen 1933 und 1945 insgesamt 700 Millionen Reichsmark in einen Fonds, der zur "persönlichen Verfügung des Führers" stand.

Kunstsammlung

Daraus stammten die 100 Millionen Mark, mit denen Hitler das "Führergebiet Obersalzberg" ausbauen ließ, noch einmal 100 Millionen flossen zudem in den Aufbau einer Kunstsammlung für das geplante "Führer-Museum", das in seiner Heimatstadt Linz entstehen sollte.

Wer gehörte alles zu den Spendern? Für welche Zwecke nutzte der Diktator sein Geld? Und wo ist sein Vermögen nach dem Krieg geblieben? Die Dokumentation zeigt, wie Hitlers Reich zu einem kaum entwirrbaren System von Korruption und Bereicherung geriet, in dem auch Parteigänger und führende Militärs eingebunden waren.

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