Lale Andersen

"Leben mit einem Lied"

Mit dem Schlager "Lili Marleen" wurde die deutsche Sängerin Lieselotte Brunnenberg weltberühmt. Unter ihrem Künstlernamen Lale Andersen begann ihre Karriere Anfang der 30er Jahre an deutschen und schweizerischen Schauspielhäusern.

Daneben trat sie auf Kleinkunst- und Kabarettbühnen auf und machte sich als Chanson-Sängerin einen Namen.

Auftrittsverbot für Andersen

Im Jahr 1939 nahm sie das von Norbert Schultze vertonte Lied "Lili Marleen" mit dem Text des gleichnamigen Gedichts von Hans Leip auf Platte auf. Über den Soldatensender Belgrad wurde es berühmt und nahm in der Folge seinen weltweiten Siegeszug auf.
Doch Lale Andersen fiel bei den Nationalsozialisten in Ungnade. Man warf ihr "undeutsche" Kontakte zu jüdischen Emigranten in der Schweiz vor. Aus Furcht vor einer Verhaftung nahm sie angeblich eine Überdosis Schlaftabletten. Sie lag noch im Koma, als der Rundfunksender British Broadcasting Corporation (BBC) meldete, sie hätte Selbstmord begangen, weil Propagandaminister Goebbels sie ins Konzentrationslager hatte schicken wollen. Die Falschmeldung rettete ihr das Leben. Goebbels ließ sofort ein Dementi verbreiten und bezichtigte BBC der Lüge. Andersen wurde jedoch trotzdem untersagt, "Lili Marleen" zu singen. Goebbels sprach darüber hinaus ein Auftrittsverbot von neun Monaten gegen sie aus.

In der Bundesrepublik wollte kaum jemand Lale Andersen singen hören. Mit Chansons und Seemannsliedern ging sie jedoch im Ausland erfolgreicher auf Tourneen. Als Sängerin und Kabarettistin hatte sie auch im europäischen und amerikanischen Fernsehen Auftritte.

Comeback in Deutschland

Im Jahr 1959 gelang ihr das Comeback in Deutschland mit dem Schlager "Ein Schiff wird kommen". Das Lied stammte aus Jules Dessins Film "Sonntags - nie!" und brachte Andersen auf Tourneen zurück nach Deutschland. Sie wurde als weibliches Gegenstück zu Sänger und Schauspieler Hans Albers gefeiert. 1961 vertrat sie Deutschland - leider nur wenig erfolgreich - beim Eurovision Song Contest in Cannes.


Am Ende ihres Lebens verfasste Lale Andersen ihre Lebenserinnerungen mit dem Titel "Der Himmel hat viele Farben - Leben mit einem Lied". Diese wurden zur Grundlage des Films "Lili Marleen" von Reiner Werner Fassbinder aus dem Jahr 1980. Im Jahr 1972 starb Lale Andersen nach langer Krankheit in einer Privatklinik in Wien an Herzversagen.

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