Lilly Marlé - war sie die "wahre" Lili Marleen?

Texter liebte Sigmund Freuds Nichte

Lilly Marlé - das klingt schon so wie "Lili Marleen". Und tatsächlich hat Hans Leip, der den Text zum berühmten Lied geschrieben hat, Lilly Freud-Marlé gekannt. Die Nichte von Sigmund Freud, dem Erfinder der Psychoanalyse, könnte die Vorlage für "Lili Marleen" gewesen sein. Dass es so gewesen sei, wurde jedenfalls in der Familie Freud immer voller Stolz erzählt.

Der junge Hans, der vor dem Krieg noch als Lehrer tätig war, verliebte sich in die Tochter aus gut situiertem jüdischen Elternhaus. Er wurde jedoch im ersten Kriegsjahr eingezogen.

Liebesgedicht an eine Jüdin

Der Krieg trennte das junge Liebespaar. Als Leip 1917 nach einer Verwundung für wehruntauglich erklärt und wieder nach Hause geschickt wurde, war es zu spät: Lilly hatte bereits den Schauspieler und Theaterleiter Arnold Marlé geheiratet.

So wurde Lilly Freud zu Lilly Marlé. Hans Leip soll ihren Namen in seinem Gedicht zu "Lili Marleen" umgeändert haben, vielleicht um eine allzu offensichtlich Ähnlichkeit zu vermeiden.

Lili und Marleen

Texter Hans Seip lieferte später noch eine andere Version: Er habe in jungen Jahren eine "Lili" gekannt, und später eine "Marleen". Aus beiden habe er dann "Lili Marleen" gemacht. Auch ein eine schöne Geschichte. Die klangliche Ähnlichkeit zwischen "Lilly Marlé" und "Lili Marleen" wäre dann reine Zufall.

Lilly Freud hat sich selbst immer als die Lili Marleen aus dem gleichnamigen Gedicht und Lied bezeichnet. So hörten und sangen also die jungen deutschen Soldaten, die man mit nationalsozialistischen Geist erzogen hatte, an beiden Fronten gemeinsam ein Lied, welches ursprünglich ein Liebesgedicht an eine Jüdin gewesen war.

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