Manfred Krug - Eine deutsch-deutsche Geschichte

"ZDF-History: Manfred Krug - Eine deutsch-deutsche Geschichte": Manfred Krug mit Hut und Zigarre.

Doku | ZDF-History - Manfred Krug - Eine deutsch-deutsche Geschichte

Er ist der größte Star der DDR: Manfred Krug. Bis er bei der Partei in Ungnade fällt und zum Staatsfeind erklärt wird. Er geht in den Westen und fängt von vorne an - mit ungeahntem Erfolg.

Datum:
Sendungsinformationen:
Im TV: ZDF, 22.10.2017, 23:50 - 00:35
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Mit Interviews von Freunden und Weggefährten - darunter Armin Mueller-Stahl, Joseph Vilsmaier, Charles Brauer und Uschi Brüning - erinnert "ZDF-History" an den beliebten Schauspieler und Sänger, dessen Todestag sich im Oktober 2017 jährt.

Seine schwungvollen Schlager aus DDR-Zeiten werden bis heute von Tausenden Fans mitgeträllert. Seine Filme wie "Spur der Steine", "Auf Achse" und "Liebling Kreuzberg" sind Kult. Sein Leben ist ein Stück deutsch-deutscher Zeitgeschichte.

Sein Vater ist Eisenhütteningenieur und leitet das Stahlwerk Brandenburg. Ihm zuliebe macht Manfred eine Ausbildung zum Stahlschmelzer, doch eigentlich will er viel lieber Filmstar werden. Heimlich bewirbt er sich an einer Schauspielschule - und wird genommen. Der Start in eine große Karriere. Er spielt Halbstarke, romantische Liebhaber in Mantel-und-Degen-Streifen und sozialistische Helden, nach denen der DDR-Kinofilm verlangt.

"Manne" spielt alles auf seine Weise. Das DDR-Publikum liebt ihn deshalb wie keinen anderen: für seinen Humor, für seine Geradlinigkeit und für seine große Klappe. Seine Paraderolle ist der aufmüpfige Zimmermann Hannes Balla in Frank Beyers "Spur der Steine". Doch der Film ist der SED zu kritisch, er wird nur drei Tage nach der Premiere 1966 verboten. Krugs ganz große Liebe aber ist die Musik. "Er war für mich der einzige ernst zu nehmende Sänger in der DDR", sagt die Jazz-Legende Uschi Brüning.

Als Krug sich für den DDR-Liedermacher Wolf Biermann stark macht, bekommt er die Härte des Regimes zu spüren: Tourneen werden abgesagt, Filme nicht mehr gezeigt, Konzerte von Stasi-Leuten sabotiert. Zeitgleich beginnen Rufmord-Kampagnen, die sein Ansehen beim Publikum untergraben sollen. Krug bekommt es mit der Angst zu tun.

Der beliebteste Schauspieler der DDR stellt einen Ausreiseantrag, aber die DDR will Krug nicht gehen lassen. Als er mit seiner Familie im Juni 1977 endlich übersiedeln darf, ist dies das Ende eines monatelangen Nervenkriegs, andererseits aber auch der Start in ein ungewisses zweites Leben.

Als Kraftfahrer Franz Meersdonk, als "Liebling Kreuzberg" und als Tatort-Kommissar Stoever spielt Krug sich schließlich auch im Westen in die Herzen der Zuschauer. Regisseur Hartmut Griesmayr und Joseph Vilsmaier, damals Kameramann bei der Fernsehserie "Auf Achse", erzählen, wie es bei den Dreharbeiten mit "Manne" zuging.

Bei seinem Tod am 21. Oktober 2016 trauern Fans in ganz Deutschland. "Das, was er zu DDR-Zeiten war, 'unser Manne', das war er inzwischen im Westen auch", sagt die Lektorin und ehemalige DDR-Dissidentin Krista Maria Schädlich, die alle Bücher Krugs lektoriert hat. "Er hat es geschafft, in einem Leben ein wirklich gesamtdeutscher Star zu werden."

Die Dokumentation schildert Manfred Krugs Weg vom Stahlschmelzer zum Filmstar und vom Ost-Idol zum Fernsehliebling der ganzen Nation.

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