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Mörder unter uns - Fritz Bauers einsamer Kampf

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Er war eine Ausnahmeerscheinung der Nachkriegsjustiz: Fritz Bauer. Als Generalstaatsanwalt hat er die Deutschen in einem aufsehenerregenden Prozess mit ihrer NS-Vergangenheit konfrontiert.

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13.11.2019
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Mithilfe von Filmfunden, Selbstauskünften und Aussagen von Weggefährten zeichnet der Film das Porträt eines aufrechten und deshalb stark angefeindeten Aufklärers über die NS-Verbrechen und eines Verfechters des Rechts in einer restaurativen Gesellschaft.

Fritz Bauer stand in seiner Zunft weithin allein da. "Wenn ich mein Amtszimmer verlasse, betrete ich feindliches Ausland", lästerte er im Freundeskreis mit galligem Humor. Die überwältigende Mehrheit seiner Amtskollegen hatte ihre Robe bereits im Zeichen des Hakenkreuzes getragen und mühte sich nun, eingebunden in alte Seilschaften, die Verbrechen der Vergangenheit ruhen zu lassen.

In klarem Kontrast zu dieser Schlussstrichmentalität öffnete Fritz Bauer im Frankfurter Auschwitz-Prozess seinen Landsleuten, besonders der Jugend, die Augen für die Abgründe der Diktatur. Ohne seine stille Beharrlichkeit wäre auch Adolf Eichmann, der nach Argentinien geflohene Manager des NS-Vernichtungswerks, wohl unbehelligt geblieben. Statt der israelischen Regierung, wie weltweit angenommen, war der Frankfurter Generalstaatsanwalt die treibende Kraft hinter Eichmanns Enttarnung – wie so oft unerkannt, im Alleingang. In der Dokumentation von Peter Hartl und Andrzej Klamt berichtet erstmals ein ehemaliger Mossad-Mitarbeiter, wie Fritz Bauer über ihn dem israelischen Geheimdienst die Eichmann-Papiere zuspielte.

Doch es war nicht Rachsucht, die Fritz Bauer, wiewohl als jüdischer Sozialdemokrat nach 1933 aus seinem Vaterland vertrieben, umtrieb. Seine Mission war die Aufklärung. Auf dem Boden des Rechtsstaats ließ er öffentlich darüber verhandeln, welche verheerenden Folgen die Herrschaft des Unrechts hatte, immer in dem Bestreben, dessen Wiederkehr vorzubeugen.

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