Traumhochzeit

Die spektakulärsten Eheschließungen

Wenn Promis vor den Traualtar treten, flimmern Bilder rauschender Feierlichkeiten über die Bildschirme in der ganzen Welt. Millionen wollen teilhaben am Glück der Schönen und Reichen. Doch nur selten sind die so geschlossenen Ehen von Dauer.

Fürst Rainier und Grace Kelly nach ihrer Trauung (1956)
Fürst Rainier und Grace Kelly nach ihrer Trauung (1956) Quelle: ap

Die Bürde der Prominenz scheint sich negativ auszuwirken auf die Haltbarkeit von Trauversprechen. ZDF-History untersucht, was sich hinter den Kulissen der vermeintlichen Traumhochzeiten abspielt und vor welch schwierigen Bedingungen die Liebe im Rampenlicht der Öffentlichkeit steht.

Liebe oder Inszenierung?

Wie John und Jackie Kennedy wollte ganz Amerika gern sein: jung, erfolgreich, glamourös. Gemeinsam mit den beiden Kindern schien ihr Eheglück perfekt. Doch die Märchenwelt hatte tiefe Risse. Schon bei der Hochzeit ging es angeblich nicht um Liebe, sondern ums Geschäft - und das ist bei den Kennedys die Politik.

Die Ehe mit Jaqueline Bouvier versprach das Ansehen, was den reichen Kennedys bis dato fehlte. Auch Johns zahlreiche Affären trübten das Eheglück schon früh. Die First Lady war über die Fehltritte ihres Gatten informiert - und schwieg. Das Attentat auf ihn im Jahr 1963 machte Jackie zur berühmtesten Witwe aller Zeiten.

Hollywood-Glanz am Mittelmeer

In den 1950er Jahren litt Monaco unter chronischen Geldsorgen. Im kleinen Felsenstaat am Mittelmeer herrschte Fürst Rainier III., der nicht nur Geld brauchte, sondern auch eine Frau an seiner Seite. Eine, die man vorzeigen konnte, so wie die US-Schauspielerin Grace Kelly, die 1955 zu den Filmfestspielen von Cannes nach Monaco kam. Beim kurzen Treffen mit dem Fürsten im Palast sprühten noch keine Funken, für beide war es keine Liebe auf den ersten Blick.

Dennoch gab Rainier seiner Freundin Gisèle Pascale den Laufpass und auch Grace trennte sich wenig später von ihrem Verlobten Oleg Cassini. Rainier folgte Grace nach New York und hielt um ihre Hand an. Bei der standesamtlichen Trauung 1956 wirkte Grace gestresst: Der Ehevertrag lastete auf ihr. Im Falle einer Trennung musste sie die Kinder dem Fürsten überlassen. Rainiers Kalkül ging auf, denn Grace verlieh dem verstaubten Fürstentum den Glanz, der bis heute anhält. Das Fürstenpaar hielt bis zu Grace tragischem Unfalltod 1982 eisern zusammen.

Liebe statt Krone

Es ist wohl die bescheidenste, aber die spektakulärste Hochzeit in der Geschichte des britischen Königshauses: Für seine Liebe Wallis Simpson verzichtete Edward VIII.1936 auf die Krone. Der Hof war geschockt, als Edward Wallis Avancen machte: Eine geschiedene Frau, noch dazu Amerikanerin und zum zweiten Mal verheiratet. Eine Hochzeit kam für das Empire nicht in Frage.

Premier Baldwin stellte Edward vor die Wahl: Wallis oder Krone. Edward wählte Wallis und damit das Exil. Geheiratet wurde in Frankreich. Als Herzog und Herzogin von Windsor jetteten sie von einer Party zur nächsten. Aus England verstoßen war ihre neue Heimat die ganze Welt. Sein Bekenntnis zu ihr vor der ganzen Welt hielt das Königspaar der Herzen 35 Jahre lang zusammen.

Dynastisches Kalkül

Am 12. Februar 1951 schien ein Märchen aus 1001 Nacht Wirklichkeit zu werden: Die 18-jährige Soraya Esfandiary heiratete den Schah von Persien. Der Hof drängte den Schah zu heiraten, einmal um den Fortbestand der Dynastie zu sichern und um dem Land wieder mehr Stabilität zu geben.

Schon bald präsentierten Brautjäger das Foto einer Kandidatin: Soraya. Sie wurde an den Hof von Teheran zitiert und sagte sofort "Ja". Doch die Freude war schnell getrübt, denn ein Thronfolger blieb zunächst aus. Der Hof und die Familie setzten den Schah unter Druck und brachten ihn dazu, sich von Soraya zu trennen. Am 13. Februar 1958, genau sieben Jahre nach der Hochzeit, verließ sie den Iran für immer.

Ehe in Saus und Braus

Das ehemalige Fischerdorf St. Tropez wurde in den 1960er Jahren zur Spielwiese des wohl berühmtesten Jetset-Paares jener Zeit: Brigitte Bardot und Gunter Sachs. Die "BB" wurde 1956 international als Filmstar und als Sexsymbol bekannt. Sie galt als treulos und verrucht - nicht nur im Film.

Gunter Sachs, Industriellenerbe und Prototyp des "Playboy" gelang es, Brigittes Herz für sich zu gewinnen - und sie zu ihrer bereits dritten Trauung zu überreden. Am 14. Juli 1966, nach nur zwei Monaten Beziehung, heirateten Bardot und Sachs in Vegas. Die Zeremonie dauerte ganze acht Minuten. Das Glück hielt nur kurz: Nach den Flitterwochen trafen sich die Frischvermählten nur noch gelegentlich. Nach nur drei Jahren ließen sich Sachs und Bardot wieder scheiden.

Die Punkprinzessin und der Fürst

1980 heiratete der 54-jährige Fürst Johannes von Thurn und Taxis die 20-jährige Gloria Gräfin von Schönburg-Glauchau. Er war ein Mann von Welt aus dem schwerreichen Hochadel, sie stammte aus einer mittellosen Adelsfamilie.

Zum Zeitpunkt der Hochzeit ist Gloria bereits schwanger, zwei weitere Kinder sollten folgen. Seine Alkoholsucht warf jedoch einen Schatten auf die Ehe, hinzu kamen schwere Herzprobleme. Nach nur zehn Jahren Ehe starb Johannes am 14. Dezember 1982 an den Folgen einer Herztransplantation.

Göttergatte für Rita

Die Cote D'Azur war im Mai 1949 Schauplatz für eine Hochzeit der Superlative. Als sich Rita Hayworth und Prinz Ali Kahn das "Ja"-Wort gaben, titelten die Zeitungen: "Reichster Erbe der Welt heiratet schönste Frau der Welt!" Rita Hayworth war gefeierter Hollywoodstar und Sexikone der 1940er Jahre, die sich des Prädikats "Liebesgöttin" rühmen durfte. Um sie zu gewinnen, brauchte es schon einen lebenden Gott wie Prinz Ali Khan, der direkter Nachfahre des Propheten Mohammed.Für ein Leben mit Ali Khan kehrte die 30-jährige Hayworth Hollywood den Rücken zu. Sieben Monate nach der Hochzeit schenkte Rita ihrem Prinzen eine Tochter. Doch das Glück war nicht von Dauer: So öffentlich wie diese Ehe begann, endete sie auch. Der Scheidungskrieg lief durch alle Gazetten. Nach weniger als zwei Jahren suchte Rita mit ihrer Tochter das Weite und kehrte wieder in die USA zurück.

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