Unfall oder Sabotage?

Die Suche nach den Ursachen

Über die Ursache des verheerenden Absturzes der "Hindenburg" am 6. Mai 1937 herrschte große Unklarheit. Schnell wurde in Lakehurst eine Untersuchungskommission einberufen, die minutiös die letzte Fahrt des Luftsschiffs rekonstruierte. Zahlreiche Zeugenaussagen sollten Klarheit bringen.

Als Experte von der Untersuchungskommission hinzugerufen wurde aus Deutschland Dr. Hugo Eckener. Er hatte die "Hindenburg" mitkonstruiert und galt als Vater der deutschen Luftschifftechnik in den zwanziger und dreißiger Jahren. In Deutschland war er eine Berühmtheit. Nach der Machtergreifung Hitlers wahrte er kritische Distanz zum NS-Regime.

Eckener sah in der Luftschifftechnologie die Zukunft des zivilen Luftverkehrs und galt als weltläufiger Mann, der globale Verbindungen knüpfte. Die Politik der neuen Machthaber, die eine Isolierung Deutschlands befürchten ließ, behagte ihm als Geschäftsmann nicht.

Hitlers Propaganda-Instrument

Ebenso wenig konnte er sich dagegen wehren, dass Hitler in den modernen Luftschiffen ein willkommenes Propaganda-Instrument sah. Mit riesigen Hakenkreuz-Emblemen an den Leitwerken kündeten die "Hindenburg" und ihr Vorgängermodell, die "Graf Zeppelin", in aller Welt von der vorgeblichen Überlegenheit deutscher Erfinder- und Ingenieurskunst.

Dass die Luftschiffe so zu lohnenden Zielen für Gegner des Regimes wurden, sorgte schon kurz nach der Katastrophe für wilde Spekulationen. Tatsächlich waren vor dem Absturz Drohbriefe bei deutschen Vertretungen in den Zielländern der "Hindenburg" eingegangen, so auch bei der deutschen Botschaft in Washington DC.

Eine Zeitbombe?

Die Überprüfung der Passagierliste gab Anlass zu weiteren Gerüchten - es wurde vermutet, dass ein Hitlergegner eine Zeitbombe hatten platzieren können. Die Untersuchungskommission tat sich schwer, diese Gerüchte endgültig zu entkräften; auch wenn sie sich in ihrem offiziellen Bericht auf eine plausible technisch-wissenschaftliche Erklärung stützte.

Für keine Theorie wurde ein völlig sicherer Beweis gefunden - und so blieb Raum für Spekulationen, die in späteren Jahrzehnten publizistisch immer wieder aufgegriffen wurden.

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