70 Jahre Kriegsende

Als die Waffen endlich schwiegen

Als am 8. Mai 1945 die Waffen endlich überall in Deutschland niedergelegt wurden, hatten bereits über 50 Millionen Menschen ihr Leben verloren. Die Verkündung der bedingungslosen Kapitulation löste bei vielen Deutschen zwar Erleichterung über das Ende des Krieges aus, aber auch große Sorge um die Zukunft und Angst vor der Reaktion der Besatzer.

Als Adolf Hitler am 30. April 1945 Selbstmord beging, hatten viele Teile der deutschen Armee bereits Teilkapitulationen für ihre Gebiete unterzeichnet. Großadmiral Karl Dönitz, der von Hitler in seinem Testament als sein Nachfolger benannt wurde, entsandte Generaloberst Alfred Jodl um mit den Westalliierten unter US-General Dwight Eisenhauer in deren Hauptquartier in Reims über eine weitere Teilkapitulation zu verhandeln, der sich die Gesamtkapitulation einige Tage später anschließen sollte. Auf diese Forderung ließ sich Eisenhower jedoch nicht ein.

Die Kapitulation

Im Hauptquartier der Westalliierten in Reims unterzeichnet Generaloberst Alfred Jodl am 7. Mai 1945 schließlich die bedingungslose Kapitulation aller deutschen Streitkräfte. Der sowjetische Diktator Josef Stalin befürchtete jedoch, dass im Nachhinein Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Kapitulation aufkommen könnten. So wurde die Unterzeichnung der Gesamtkapitulation noch ein zweites Mal wiederholt.

Wilhelm Keitel unterzeichnet Kapitulationsurkunde in Karlshorst
Unterzeichnung der zweiten Kapitulationsurkunde in Berlin-Karlshorst. Quelle: dpa

Diesmal fand die Unterzeichnung der auf den 8. Mai 1945 datierten Kapitulationsurkunde im Offizierskasino Berlin-Karlshorst statt. Die Unterzeichner waren diesmal Wilhelm Keitel, der das Oberkommando über die Wehrmacht und das Heer hatte, Hans-Jürgen Stumpf über die Luftwaffe und Hans-Georg von Friedeburg über die Marine, sowie der Oberkommandierende der Roten Armee und der Stellvertreter General Eisenhowers.


Die Neuordnung

Blick in den Verhandlungssaal der Nürnberger Prozesse 1945
Blick in den Verhandlungssaal der Nürnberger Prozesse 1945 Quelle: dpa

Die vier Siegermächte USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich besaßen nun die Oberste Regierungsgewalt in Deutschland. Fortan entschied der Alliierte Kontrollrat in Berlin, der sich aus den vier Oberbefehlshabern der Siegermächte zusammensetzte, über alle Fragen, die Deutschland betrafen. Das Deutsche Reich wurde in vier Besatzungszonen aufgeteilt, Berlin in vier Sektoren.

Auch die politischen Regeln im Umgang mit Deutschland wurden durch die Siegermächte beschlossen. Auf der Potsdamer Konferenz, die vom 17. Juli bis 2. August 1945 stattfand, wurden folgende Grundsätze festgelegt: Entmilitarisierung, Entnazifizierung, Dezentralisierung, Dekartellisierung und Demokratisierung. Zudem sollten die deutschen Gebiete östlich von Oder und Görlitzer Neiße unter polnische und sowjetische Verwaltung gestellt werden - unter dem Vorbehalt einer endgültigen Regelung durch einen Friedensvertrag. Außerdem wurde die Ausweisung Deutscher aus Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn beschlossen.

Ein weiterer Punkt war die Verfolgung von Kriegsverbrechern. Diese fand im Rahmen der Nürnberger Prozesse statt in deren Verlauf zwölf der 24 Hauptkriegsverbrecher am 1. Oktober 1946 zum Tode verurteilt wurden. Unter ihnen waren Nazigrößen wie Alfred Rosenberg, der ehemalige Chefideologe, der ehemalige Außenminister Joachim von Ribbentrop und der ehemalige Reichsmarschall Hermann Göring - Letzterer entzog sich der Vollstreckung indem er Selbstmord beging.

Sieben weitere Angeklagte wurden zu lebenslangen oder langjährigen Haftstrafen verurteilt. Drei Urteile lauteten auf Freispruch, da die Schuld nicht nachgewiesen werden konnte. Um keine "Wallfahrten" zu ermöglichen, wurden die Leichen der zum Tode Verurteilten nach der Vollstreckung auf Anweisung der Alliierten eingeäschert und die Asche danach in die Isar gestreut.

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