Zweiter Weltkrieg und Holocaust

1933 bis 1945: Der Tiefpunkt der deutschen Geschichte

"Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen" - Hitlers Erklärung am 1. September 1939 ist die erste Lüge dieses Krieges: Es sind die Deutschen, die das Feuer eröffnen. Ohne Kriegserklärung. Seit Wochen schon hat die deutsche Propaganda von "Provokationen" der Polen gesprochen - vorgeschobene Kriegsgründe. Hitler will den Krieg.

Köln 1945. Quelle: dpa

Der deutsche "Blitzkrieg"

Polen hat zwar starke Partner: Großbritannien und Frankreich. Doch Hitler kennt die Westmächte als Zauderer. Tatsächlich greifen sie kaum ein. Am 31. September kapituliert Polen.

Angriff auf England und die Sowjet-Union

Ein neues Wort macht die Runde - die Welt spricht von einem Blitzkrieg. Es war allerdings eher die Schwäche der Gegner, die schnelle deutsche Erfolge ermöglichte, als die Stärke der Deutschen.


Im April 1940 besetzen deutsche Verbände Dänemark und das neutrale Norwegen. Am 10. Mai 1940 greift die Wehrmacht das scheinbar übermächtige Frankreich an. Die Deutschen haben nur halb so viele Panzer wie ihre Gegner. Doch die Wehrmacht konzentriert diese Kräfte. 1200 Panzer bilden einen stählernen Keil. Die hochmobile deutsche Streitmacht umgeht die Maginotlinie nördlich - und sie schafft einen raschen Durchbruch. Nach sechs Wochen Krieg ist Frankreich geschlagen.Sommer 1940: Hitler nimmt den nächsten Gegner ins Visier: England. Görings Luftwaffe will die Briten an den Verhandlungstisch bomben - sie sollen den Kampf aufgeben. Die Luftschlacht um England beginnt am 15. August. London und andere Städte gelten als Rüstungszentren und werden bombardiert. Auch Wohnviertel werden getroffen - eine verhängnisvolle Entwicklung nimmt hier ihren Anfang: Was London im Bombenkrieg abbekommt wird wenige Jahre später auf deutsche Städte zurückfallen. Trümmer, Tote, Leid.


Was die einfachen Soldaten nicht ahnen: Ihr Marschbefehl in Richtung Osten wurde schon Monate zuvor gegeben. Seit Juli 1940 ließ Hitler die Aufmarschpläne für das Unternehmen "Barbarossa" ausarbeiten: den Überfall auf die Sowjetunion. Rein strategisch war das gar nicht so vermessen, wie es aus der Nachbetrachtung scheint: Die Sowjetarmee galt selbst für westliche Experten als ein ausgesprochen schwacher Gegner. Rasch stieß die Wehrmacht tief in das Innere des Landes vor.

Holocaust im Schatten des Krieges

Gleichzeitig beginnt der Holocaust: Die Judenerschießungen an der Ostfront sind in Deutschland ein offenes Geheimnis. Doch noch gilt Hitlers Mordbefehl nicht allen Juden. Millionen werden vertrieben und in Ghettos und Sammellager deportiert. Ab September 1941 müssen alle Juden in Deutschland einen gelben Stern tragen.Wenige Wochen nach der Einführung des gelben Sterns beginnt die Deportation der deutschen Juden in den Osten. Der Abtransport geschieht bürokratisch geordnet. Wie die Erschießungen an der Ostfront bleiben auch die Deportationen den Deutschen keineswegs verborgen. Überall aus den von Deutschland besetzten Gebieten rollen jetzt Züge mit jüdischen Männern, Frauen und Kindern in den Osten. Ihr Ziel sind Lager im besetzten Polen, Sobibor, Chelmo, Auschwitz, die Todesfabriken. Wer nicht arbeitsfähig ist, wird von der Rampe direkt in den Tod geführt. Millionen Menschen werden ermordet.

Stalingrad: die Wende

Während Millionen in den Gaskammern sterben, befiehlt Hitler die letzte große Offensive im Osten. Im Sommer 1942 erreicht die Wehrmacht die Wolga bei Stalingrad. Die Schlacht um die Stadt wird zum Wendepunkt des Krieges. Im Kampf Haus um Haus geht nicht nur eine ganze deutsche Armee zugrunde - mit der Niederlage von Stalingrad stirbt für die Deutschen auch die Hoffnung auf den Sieg.


Jetzt sorgt das Wissen um die Verbrechen im Osten für große Unruhe. "Davon haben wir nichts gewusst", wird für viele Deutsche zu einer Überlebenslüge. Nur bei wenigen führt das Wissen um die Verbrechen und die drohende Niederlage zum Widerstand. Das Attentat vom 20. Juli 1944 scheitert.

Der totale Krieg gegen Deutschland

Mit bis zu 20-facher Übermacht kämpft sich die Rote Armee 1945 auf breiter Front in Ostpreußen vor. Anderthalb Millionen Zivilisten aus frontnahen Gebieten begeben sich voller Angst auf die Flucht - bei Schnee und eisigen Temperaturen von minus 20 Grad. Kinder, Frauen, alte Menschen - sie zahlen nun den Preis für die Verbrechen des Hitler-Reichs. Zwischen den Fronten werden ganze Trecks zerschossen und überrollt. Der Krieg, der von Deutschland ausgegangen war - jetzt ist er heimgekehrt. Es trifft besonders die Frauen. Vergewaltigung sehen viele Rotarmisten als Recht des Siegers. Am 21. Januar erreichen die Sowjets bei Elbing die Küste des Frischen Haffs.

Längst gehört der Himmel über Deutschland alliierten Bombern, verwandeln Spreng- und Brandbomben deutsche Städte in Flammenmeere. Doch das Kalkül der Alliierten, die Moral der Deutschen zu brechen, geht nicht auf. Die Wirkung auf die Zivilbevölkerung ist das genaue Gegenteil von dem, was die alliierten Bomberflotten erhofft hatten. Es entsteht keine Neigung zur Revolution gegen die braune Diktatur, sondern eher Empörung über die Bombenangriffe.

Sieg und Befreiung

Über 50 Millionen Menschen sind dem Jahrhundertkrieg in Europa zum Opfer gefallen. Der Sieg über Hitler-Deutschland war eine Befreiung für die Welt, vor allem war er es für die besiegten Deutschen.

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