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Airlines am Boden

Luftfahrt in der Corona-Krise Film von Steffi Cassel und Sascha Dünnebacke

Es ist die größte Krise in der Geschichte der Luftfahrt. Von allen Wirtschaftszweigen ist die Branche mit am stärksten von der Corona-Krise betroffen.

Beitragslänge:
30 min
Datum:
Sprachoptionen:
UT -
dgs
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 28.05.2021

Allein in Deutschland bangen Zehntausende Mitarbeiter um ihren Arbeitsplatz. Zwar werden Reisebeschränkungen langsam gelockert, doch eine Rückkehr zu einem Flugbetrieb, wie er vor der Pandemie existierte, ist noch lange nicht in Sicht.

Der Flughafen Frankfurt ist in diesen Tagen nicht wiederzuerkennen. Wo sonst mehr als 80 000 Menschen arbeiten und im Jahr über 70 Millionen Passagiere ein- und aussteigen, herrschen Stillstand und gespenstische Ruhe. Die Landebahn Nordwest wurde für den Flugbetrieb gesperrt: Sie dient im Moment als Parkplatz für nicht benötigte Maschinen. Die Mitarbeiter der Vorfeldkontrolle, Techniker und Terminal-Manager - alle sind in Kurzarbeit, denn ohne normalen Flugbetrieb ist für sie hier wenig zu tun.

Lufthansa, Deutschlands größte Airline, hat nur einen Bruchteil ihrer Flugzeuge im Einsatz. Tina Glaab ist Flugkapitänin und zurzeit in Kurzarbeit. Sie freut sich, nach sechs Wochen endlich wieder einen Einsatz zu haben. Es geht nach Madrid, einen ehemaligen Hotspot der Corona-Pandemie. Im Umgang mit Corona gilt bei den Crews das Motto "Safety first": In der Kabine arbeiten die Flugbegleiter mit Mundschutz und Handschuhen. Bei einem Verdachtsfall an Bord gibt es einen Notfallplan.

Für die Bundespolizei am Frankfurter Flughafen gibt es auch neue Aufgaben durch die Corona-Pandemie: Wegen der Grenzschließungen, die aktuell immer noch gelten, dürfen Passagiere aus dem außereuropäischen Ausland nur mit "triftigem Grund" einreisen. Und den müssen die Beamten im Einzelfall genau prüfen. Wer keinen Grund hat, wird abgewiesen und strandet im Transitbereich - im schlimmsten Fall für Wochen.

An den Drehkreuzen haben nur die Techniker immer noch viel zu tun. Der Grund: Die zwischenzeitliche Einlagerung von Verkehrsflugzeugen ist nicht so einfach wie das Parken eines Autos. Fahrwerke und Triebwerke werden sorgfältig verpackt, damit Vögel nicht darin nisten können und um Korrosion zu verhindern. Jeden Tag werden die Räder der Maschinen leicht gedreht, um sicherzustellen, dass sie durch das Gewicht des Flugzeugs nicht abgenutzt werden. Das Parken bedingt regelmäßige und aufwendige Funktionstests von Hauptsystemen, wie Triebwerksläufe und Werkstattflüge. So gewartet, kann ein Flugzeug bis zu zwei Jahre eine Zwangspause machen.

Nur eine Sparte läuft noch einigermaßen regulär: die Luftfracht. Insbesondere zeitkritische Güter, wie Medikamente oder frische Nahrungsmittel, werden oft per Flugzeug transportiert. Mit dem massiven Einbruch der Kapazitäten im Passagierverkehr fallen allerdings zahllose Transportmöglichkeiten weg.

Wie die Lufthansa hat auch Ferienflieger Condor aus einigen der Jets die Sitze ausgebaut, um damit dann ausschließlich Fracht zu transportieren. So hofft das Unternehmen, die Verluste einigermaßen gering zu halten.

Die "ZDF.reportage" berichtet, wie die Luftfahrtbranche alles tut, um durch die Corona-Krise zu kommen.

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