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Alle nach Malle? Urlaub trotz Corona

Ostsee geht nicht? Dann eben Balearen! So denken viele Deutsche nach einem Jahr Pandemie. Kaum war die Reisewarnung für Mallorca aufgehoben, waren die Flüge ausgebucht.

30 min
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25.04.2021
25.04.2021
UT
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Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 25.04.2022

Der Ärger lässt nicht lange auf sich warten. Die einen befürchten ein Spreading Event. Die anderen können nicht verstehen, warum eine Auslands-Flugreise möglich ist, eine Fahrt in eine Ferienwohnung im Inland jedoch nicht.

Urlaub als "Therapie"

An deutschen Flughäfen ist die Stimmung angespannt. "Ich habe niemandem erzählt, dass wir nach Mallorca reisen", solche Sätze fallen oft im Gespräch. Rund 40 000 Deutsche haben über Ostern 2021 das streng kontrollierte Einreise-Prozedere mit negativem PCR-Test und Gesundheitsformular auf sich genommen. Für Frederick, Mediziner aus Bayern, ist die Reise mehr als Urlaub, geradezu "eine Therapie nach dem langen Corona-Winter". Auch Sina, Sonderpädagogin, findet die Situation unproblematisch: "Im Hotel und im Restaurant wird überall akribisch auf Hygiene geachtet. Gleichzeitig ist wenig los. Die Gefahr, mich hier anzustecken, ist definitiv geringer als daheim in Dresden."

Die Corona-Regeln auf Mallorca sind tatsächlich streng. Überall im öffentlichen Raum herrscht Maskenpflicht. Cafés und Restaurants müssen die Zahl ihrer Gäste pro Tisch auf maximal vier Personen beschränken und um 17.00 Uhr schließen. Stefan Zaelke, Besitzer des In-Restaurants "Lila" in Portals Nous, kann mit den Beschränkungen in seinem Lokal gut umgehen. "Auf unserer Terrasse ist genug Platz, um die Abstände einzuhalten. Und die meisten Gäste sind sehr kooperativ, selbst wenn es bei schönstem Wetter um 17.00 Uhr heißt: 'Sie müssen jetzt gehen.'" Die Polizei kontrolliert die Gastronomie unnachsichtig, bei den geringsten Verstößen werden für Gäste wie Restaurantbetreiber gleichermaßen hohe Strafen fällig. Nach 22.00 Uhr herrscht eine generelle Ausgangssperre. Wer dann noch ohne triftigen Grund unterwegs ist, riskiert bis zu 3000 Euro Bußgeld.

Von den angereisten deutschen Urlaubern hat kaum einer ein Problem mit der Ausgangssperre. Jana aus Bad Homburg ist mit ihren vier Kindern nach Mallorca gekommen. "Keiner von uns braucht Party am Ballermann. Alles, was wir uns wünschen, ist eine kleine Pause vom stressigen Mix aus Homeoffice und Homeschooling", sagt die 52-Jährige. Zusammen mit ihren Töchtern macht sie einen Tauchkurs in El Arenal.

An der berühmt-berüchtigten Partymeile, der Schinkenstraße, ist es ruhig. Alle großen Klubs, Bars und Diskotheken sind pandemiebedingt seit mehr als einem Jahr geschlossen. Viele von ihnen werden vermutlich auch nicht wieder aufmachen. Der wirtschaftliche Einbruch auf den Balearen ist enorm. 2020 kamen rund 80 Prozent weniger Touristen. Lluis Olivier vom Tourismusverband Soller ist überzeugt, dass Mallorca die Urlauber zum Überleben braucht, und engagiert sich in der Initiative "SOS Turismo". "Jetzt ist die Zeit gekommen, um endlich neue Konzepte umzusetzen. Sicherer Tourismus auf Mallorca ist möglich – und nötig."

Die Sicherheit ihrer Gäste hat auch für Ramona Koetting und Bruno Neuberger vom "Bikini Island & Mountain Hotel" in Port de Soller hohe Priorität. Deshalb haben sie die Belegung in ihrem Haus freiwillig auf 50 Prozent begrenzt. Das deutsche Paar leitet das Hotel seit 2018. Die beiden hatten gerade richtig losgelegt, als Corona kam. Der Einbruch 2020 war hart. Über Ostern 2021 war ihre 50-Prozent-Kapazität dann wieder schnell ausgebucht. Ramona und Bruno haben Hoffnung und sind sich dennoch sicher: Die Pandemie wird den Tourismus auf Mallorca nachhaltig verändern.

Wirtschaftsfaktor Tourismus

Ein Film von Oliver Koytek und Anna-Sofia Angelis.

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