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Baden, Grillen, Träumen – Sommer zu Hause

Film von Enrico Demurray und Angelika Wörthmüller

Das Sommergefühl 2021: Die Temperaturen steigen, und die Menschen wollen raus - endlich raus, endlich Freiheit!

30 min
30 min
01.08.2021
01.08.2021
UT
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 01.08.2022

Aktuelle Reportagen

Viele genießen, für manche aber wird der Partysommer schnell zum Ärgernis - denn wo die einen ausgelassen feiern, wollen die anderen einfach nur ihre wohlverdiente Ruhe haben.

Die Menschen zieht es nach draußen

Auf dem Friedberger Platz in Frankfurt am Main zum Beispiel. Hier findet fast jeden Freitag ein wildes Open-Air-Event der Extraklasse statt. Nicht organisiert, man trifft sich einfach. Und es kommen viele, wirklich viele. Aus der Vorstadt, sogar von weiter her. Sie reden, flirten, tanzen und singen - ein Gefühl ungezügelter Lebensfreude liegt in der Luft. Nach dem langen Corona-Lockdown zieht es die Menschen nach draußen.

Nachholen, nachfeiern, das scheint die Devise. Und die Kioske der Umgebung machen das Geschäft des Jahres. Bier und Mischgetränke gehen am besten, aber auch Wein und Champagner stehen ganz vorne in der Auslage und finden reißenden Absatz. In dem einen Kiosk herrschen drinnen Temperaturen von fast 50 Grad Celsius - und das über Stunden. Aber um 22.00 Uhr ist noch lange nicht Schluss, trotz heruntergelassener Rollläden. Eine laue Partynacht, wer will da schon schnell nach Hause? Eigentlich sollte um 22.00 Uhr der Platz leer sein - so ist es geregelt, aber irgendwie hat die Polizei das heute wohl vergessen.

Der Sommer bringt Konflikte

Auch zwei mobile Toiletten hat die Stadt bereitgestellt - sie sind vollkommen überlastet. Polizeiwagen sehen mal kurz nach dem Rechten, ziehen aber schnell wieder ab. Die Party geht einfach weiter, und gegen Mitternacht sind die Anwohner dann endgültig auf den Barrikaden. "In die Vorgärten wird gepinkelt, die ganze Straße stinkt" - wie muss das sein, hier zu leben?

Der Sommer bringt Konflikte, besonders dort, wo viele nah aufeinandersitzen. Geselligkeit, Abkühlung und kleine Fluchtoasen sind gesucht dieser Tage.

Im Waldbad Templin bei Potsdam ist die Stimmung deutlich besser - noch. Es soll heiß werden an diesem Tag, bis 36 Grad Celsius. In der Innenstadt hält man es längst nicht mehr aus. Aber nur 2000 Besucher dürfen hinein ins Bad - der Frust am Eingang ist programmiert. Da hat man Strand, See, Sonne gleich um die Ecke - und dann das! Nur die frühen Gäste aber haben den Hauptgewinn gezogen: Durch die Einlassbegrenzung ist drinnen gut Platz, die Rutsche ist offen, das Wasser im See ist nicht mehr allzu kalt. Nur vor der Imbissbude staut es sich ein wenig. Aber das gehört dazu wie Esspapier, fettig-salzige Pommes und Wassereis.

Auf der Suche nach dem Glücksmoment zu Hause

In Karlsfeld bei Dachau suchen Stefan und Claudia G. ihren Glücksmoment zu Hause. Sie wollen sich unabhängig machen von Freibad und See. Die Lösung: der eigene Pool. Stefan ist handwerklich geschickt, und die Nachbarn und Verwandten, die in der Nähe wohnen, haben Hilfe zugesagt. Die Grube ist das kleinste Problem. Als aber der Bausatz per Lkw kommt, wird es ernst. Verschalung bauen, betonieren, Anschlüsse legen. Irgendwie sah das im Katalog einfacher aus. Mal sehen, ob das ehrgeizige Projekt rechtzeitig zu den Ferien fertig wird. Denn der Fehler liegt oft im Detail.

Auch Andreas K. in Halle zieht es nicht in die Ferne. Sommer unter Freunden - das genügt. Als Vorsitzender der "Kleingartenkolonie Mühlrain" in Halle an der Saale hat er hier alles, was er braucht, um glücklich zu sein. In der Gartenkolonie gibt es immer was zu tun und immer was zu feiern. Ein Mast für freies WLAN soll errichtet, das Vereinsheim neu verputzt werden. Und natürlich gibt es immer kleine Streitigkeiten zu schlichten - er muss dafür sorgen, dass die Regeln des Kleingartengesetzes eingehalten werden: Hecken und Bäume nicht zu hoch, Nutzpflanzenanbau, Rasenpflege. Dabei niemanden diskriminieren, denn das ist ihm wichtig. Aber wenn das alles erledigt ist, dann werfen Freunde den Grill an. Jemand macht einen Salat. Kühles Bier. Melone. Man kennt sich, man schätzt sich, man hat seine eigene kleine Welt - wer will da woanders hin?

Was nach einer Sommernacht übrig bleibt

Zurück in Frankfurt am Main. Die Nacht ist vorbei, am Friedberger Platz liegen überall zerbrochene Wein- und Bierflaschen. Ein Kind geht Slalom an den Scherben vorbei, und die Trupps der Stadtreinigung rücken an. Der Sommer in der Stadt - für manche ist er nicht das reine Vergnügen.

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