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Die Müllhelden

Transportieren, Sortieren, Kontrollieren

von Janis Schönfeld

400 Millionen Tonnen Müll produziert Deutschland im Jahr. Allein der Anteil an Verpackungsmüll entspricht einer durchschnittlichen Menge von 220 Kilogramm pro Kopf.

Beitragslänge:
30 min
Datum:
Sprachoptionen:
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 31.08.2020

Dass wir Bürger am Ende nicht darauf sitzen bleiben, haben wir Menschen zu verdanken, die sich um die Beseitigung der Abfallmengen kümmern: unseren "Müllhelden". Den Männern und Frauen bei der Müllabfuhr, in Recyclinghöfen und in den Sortieranlagen.

Ihre Arbeit gehört nicht gerade zu den angenehmsten: Es stinkt, staubt und schmiert. Und dennoch machen sie ihre Jobs mit Leidenschaft und trotzen widrigen Bedingungen.

Müllwerker Michael P., Steven W. und Richard "Richy" W. bilden die Besatzung eines Müllwagens in Wiesbaden. Die Männer lieben ihre Arbeit unter freiem Himmel. "Ein Bürojob wäre nichts für mich. Den ganzen Tag im geschlossenen Raum, gar nicht denkbar!", sagt der 56-jährige Richy. In Hessens Hauptstadt sind die drei für die Sammlung der gelben Tonne zuständig. Auch nach Jahren des Mülltrennens erleben die Männer noch immer täglich böse Überraschungen. Gelbe Tonnen voller Windeln oder mit Elektroschrott gefüllte gelbe Säcke. Doch das größte Ärgernis der Männer ist ein anderes: genervte Autofahrer. Immer wieder werden die Müllmänner blockiert, gefährlich überholt oder bedrängt.

In Bremen sind Heide L. und Sabine J. vom Kontrollteam der Stadtreinigung auf den Straßen der Hansestadt im Einsatz. Ihre Mission: Verursacher von wildem Müll aufspüren. Jährlich hat die Stadt 4000 illegale Müllhaufen zu beklagen. Heide und Sabine suchen im Abfall nach Adressen und anderen Hinweisen, die zu den mutmaßlichen Tätern führen. Keine leichte Aufgabe, denn die meisten Müllsünder verwischen mittlerweile ihre Spuren. Gemeldeten Vorfällen gehen die beiden unmittelbar nach, um eine Ausbreitung der Müllhaufen zu vermeiden. Trotzdem gleicht die Arbeit oft dem sprichwörtlichen Kampf gegen Windmühlen. Sobald ein illegaler Müllberg entsorgt wurde, entsteht über Nacht an der nächsten Häuserecke ein neuer.

Das Team der Sortieranlage für Leichtverpackungen in Gernsheim hat einen Knochenjob. Denn selbst modernste Anlagen, ausgestattet mit reichlich technischen Raffinessen, können die Arbeit eines Menschen nicht komplett ersetzen. Rund um die Uhr müssen die Anlagen in Betrieb gehalten und Störungen schnellstens beseitigt werden. Betriebsstätten-Leiter Manuel G. und seine Kollegen sind immer in Habachtstellung. Ein verstopftes Rohr von einer Blockade zu befreien, wird zur schweißtreibenden Angelegenheit. Dazu kommen ungeahnte Störenfriede: "Videokassetten sind unser größter Feind. Alle sechs Stunden müssen wir die Anlage stilllegen und komplett von meterlangen Videobändern befreien", sagt Manuel G.

Der Wertstoffhof in Sehnde bei Hannover steht unter der Aufsicht von Janine G., Monika P. und Max M. Jeden Dienstag herrscht großer Andrang. Bis zu 2000 Verbraucher aus dem Umland nutzen dann den Service des Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Hannover und bringen ihren Sperrmüll, ausgediente Elektrogeräte und Gartenabfälle zur Entsorgung. Die Mitarbeiter des Wertstoffhofs sorgen dafür, dass alles in geregelten Bahnen verläuft. Sie leiten den Verkehr, ordnen den richtigen Wertstoff den zugehörigen Containern zu und schreiten ein, wenn der Fliesenkleber fälschlicherweise im Bauschuttcontainer landet.

Die "ZDF.reportage" begleitet den Berufsalltag unserer "Müllhelden". Welche Herausforderungen stellen sich den Menschen, die täglich dafür arbeiten, dass unser Abfall gründlich und fachgerecht entsorgt wird?

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