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Die neuen Macher

Aufbruch im Handwerk

Handwerk bedeutet früh aufstehen, körperlich arbeiten, die Hände schmutzig machen. Will man das? Ja. Junge Quereinsteiger backen, metzgern, tischlern mit Mut und innovativen Ideen.

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30 min
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26.07.2020
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UT
Video verfügbar bis 26.07.2021

Tausenden Betrieben fehlt es an Nachwuchs. Viele Kunden wiederum setzen auf günstigere Produkte vom Discounter statt auf echte Handarbeit. Wer heute gegen die Billigkonkurrenz bestehen will, braucht Erfindungsreichtum.

"Man muss schon ein bisschen 'brotverrückt' sein. Wir alle haben Sauerteig in den Adern", sagt Sebastian Däuwel von den "Brotpuristen" in Speyer. "Wenn man hier wirklich nach Schema F arbeiten wollen würde, dann wäre man an der falschen Stelle." Rund 800 Brote backen er und seine acht Mitarbeiter pro Tag. Wenn die Bäckerei um 15.30 Uhr öffnet, stehen die Kunden schon Schlange. In sein Brot kommt nur das, was unbedingt nötig ist. Weniger ist mehr – so das Erfolgsrezept des Seiteneinsteigers. Absatzprobleme kennt Sebastian Däuwel deshalb ebenso wenig wie Nachwuchssorgen. Das liegt auch daran, dass bei ihm niemand im Morgengrauen in der Bäckerei sein muss. Auch am Wochenende wird nicht gearbeitet.

In der Metzgerei Friedrichs in Köln setzen die beiden Brüder Sebastian und David Friedrichs auf Transparenz im wahrsten Sinne des Wortes. In ihrem Ladenlokal gibt es eine Art "Showroom", in dem nicht nur Würste hängen, sondern auch mal ein halbes Schwein. Denn ihre Kunden wollen wissen, was auf dem Teller landet. Nachhaltigkeit und Tierwohl gehören zum Verkaufskonzept: Die Rinder kommen vom elterlichen Bauernhof. Die beiden Inhaber wollten eigentlich nie Metzger werden. David ist gelernter Zimmermann, Sebastian Notfallassistent. Die Idee für die Metzgerei war zunächst nur eine Schnapsidee – sie entstand im Urlaub nach einigen Drinks. Doch ihr Konzept ging auf, mitten in einer Zeit, in der immer mehr Metzgereien schließen müssen.

Auch das Schreinerhandwerk hat es in Zeiten der großen Möbelhäuser und der weitverbreiteten Wegwerfmentalität nicht leicht. Ein Trend, dem Lisa Marie Martach und Ricarda Mayer mit der "Allgäuer Holzliebelei" etwas entgegensetzen wollen. Vor zwei Jahren gründeten sie ihre Schreinerei im Allgäu, mit der sie sich auf Unikate aus Altholz spezialisiert haben. Denn "jeder alte Balken kann seine eigene Geschichte erzählen", so die beiden Quereinsteigerinnen: Ricarda studierte ursprünglich BWL, Lisa Marie Architektur. Ihr neues Konzept macht Furore – schon ein Jahr nach Gründung wurden sie von der baden-württembergischen Handwerkskammer als "Persönlichkeiten des Handwerks" ausgezeichnet.

Die "ZDF.reportage" begleitet junge Quereinsteiger in traditionellen Berufen.

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