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Ferien in Deutschland

Personal dringend gesucht!

von Leo Spors

Urlaub im eigenen Land boomt. Vorbei die Zeiten, in denen nur Spanien und Italien als "richtige" Urlaubsziele galten. Deutschland kommt!

Beitragslänge:
30 min
Datum:
Sprachoptionen:
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 16.08.2020

Der letzte Super-Sommer bescherte den Hotels hierzulande Rekordzahlen. Der Erfolg liegt im Trend: Es war das neunte Rekordjahr in Folge. Langsam aber werden die Arbeitskräfte rar. Gastronomen und Hoteliers suchen händeringend nach gutem Personal.

Fast drei Millionen Jobs hängen in Deutschland direkt am Tourismus. Zum Vergleich: In der Automobilbranche sind hierzulande gerade mal 800 000 Menschen beschäftigt. Trotzdem redet kaum jemand über die Personen, die uns Gästen den Urlaub schön machen. Bisher konnte man als Tourist davon ausgehen, dass die fleißigen Helfer im Hintergrund einfach da sind. Aber die Zeiten ändern sich.

Beispiel Usedom: Gut ausgebildete Fachkräfte sind dort heiß begehrt. Lange Zeit hatte die Insel ganz im Nordosten einen großen Standort-Vorteil: Polnische Arbeitskräfte aus dem nahen Swinemünde kamen in großer Zahl und übernahmen viele Jobs. Doch seitdem auch in Polen die Wirtschaft läuft, bleiben viele Helfer zu Hause. Für Hoteliers wird die Situation langsam kompliziert. "Ich musste noch nie so viel um Mitarbeiter werben wie heute", erzählt ein Personalchef. Denn in kaum einer Situation sind Arbeitnehmer so umworben wie auf einer Ferieninsel in der Hauptsaison. Und wenn ein Nachbar-Betrieb besser zahlt, gerät mancher Koch in Versuchung.

In Bayern, der anderen touristischen Boom-Region Deutschlands, ist die Situation kaum besser. Hier konkurriert die Branche zusätzlich mit einer florierenden Industrie, die viele Arbeitskräfte bindet. Im Schwangau - berühmt für sein Alpen-Panorama und das Schloss Neuschwanstein - herrscht mancherorts regelrecht Alarmstimmung wegen der fehlenden Fachkräfte. "Ich sehe es kommen, dass einige Betriebe in wenigen Jahren zumachen müssen", sagt der Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes der Lokalzeitung.

Es scheint ein genereller Trend: Jede 20. Stelle im Gastgewerbe ist laut dwif (Deutsches Wirtschaftswissenschaftliches Institut für Fremdenverkehr e.V.) unbesetzt. Bei Lehrstellen war es 2017 sogar jede sechste. Einige Betriebe machen - anders als früher - auch während der Saison Ruhetage, fahren Angebote zurück. So kann es durchaus sein, dass ein Hotelier nur seine eigenen Gäste im Restaurant bewirtet. Früher war die Laufkundschaft eine gute Zusatzeinnahme, heute findet sich kein Personal dafür.

Eine "ZDF.reportage" über Tourismusziele und Gastgeber, die viel tun müssen, um Gäste wie Angestellte gleichermaßen zufriedenzustellen.

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