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Geld oder Gefängnis?

Wenn der Gerichtsvollzieher klingelt

Doku | ZDF.reportage - Geld oder Gefängnis?

In Deutschland haben fast sieben Millionen Menschen Schulden. Jahr für Jahr steigt die Zahl derer, die ihre Rechnungen nicht mehr begleichen können.

Beitragslänge:
30 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 29.05.2019, 23:59
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2018

Irgendwann steht dann der Gerichtsvollzieher vor der Tür. Frank Neuhaus, Vorsitzender des Gerichtsvollzieherbundes NRW und selbst seit über 20 Jahren aktiv im Dienst, hat schon einige Schicksale erlebt. "Das Internet macht es immer schlimmer", sagt der 48-Jährige.

Ein Klick, und schon ist die Ware gekauft - auch wenn das Geld dafür eigentlich fehlt. "Manchmal kaufen Eltern sogar auf den Namen ihrer Kinder ein", erzählt Neuhaus.

Doch seit einigen Monaten treiben den Sauerländer Gerichtsvollzieher noch ganz andere Sorgen um: Neuhaus und seine Kollegen werden zunehmend mit Klagen und Drohbriefen überhäuft, vom Grundstück verwiesen, attackiert. "Früher hatten die Menschen noch Respekt vor uns", sagt Neuhaus, "heute werden die Schuldner viel schneller aggressiv. Die Gesellschaft hat sich geändert". In letzter Zeit häufen sich die Meldungen von Geiselnahmen und Anschlägen mit Todesfolge auf Gerichtsvollzieher. Auch Neuhaus selbst ist schon attackiert worden. Der Job wird härter.

Vielleicht auch ein Grund dafür, dass immer weniger junge Menschen Gerichtsvollzieher werden wollen. Die Situation verschärft sich durch Pensionierungswellen und steigende Krankenstände.

Dem wollen die Bundeslänger jetzt mit einem verbesserten Ausbildungskonzept und einer Öffnung der Ausbildung entgegenwirken. Im Ausbildungszentrum für Gerichtsvollzieher in Monschau werden derzeit 129 Anwärter aus neun Bundesländern ausgebildet. Zum ersten Mal sind auch Quereinsteiger dabei - so wie Daniel Rambach, der früher in einer Kanzlei für Insolvenzrecht arbeitete. Seine Kollegin Stefanie Willing ist eine von aktuell 84 Frauen in der Ausbildung. Trotz steigender Aggressivität, trotz Dauerbelastung scheinen Frauen diesen Beruf reizvoll zu finden. In Monschau weiß man um die Gefahren: Anti-Aggressions- und Deeskalationstrainings haben inzwischen einen wichtigen Anteil am Unterrichtsstoff. Die Männer und Frauen hier wissen: Dort, wo sie in Zukunft unterwegs sein werden, kann sogar ein Kugelschreiber zur Waffe werden.

Die "ZDF.reportage" begleitet Gerichtsvollzieher im Alltag und in der Ausbildung. "Du weißt nie, was dich an der nächsten Haustür erwartet", sagt Frank Neuhaus. Und genau das macht die Arbeit als Gerichtsvollzieher für ihn und die Azubis trotz allen Ärgers zum spannendsten Job der Welt.

Irgendwann steht dann der Gerichtsvollzieher vor der Tür. Frank Neuhaus, Vorsitzender des Gerichtsvollzieherbundes NRW und selbst seit über 20 Jahren aktiv im Dienst, hat schon einige Schicksale erlebt. "Das Internet macht es immer schlimmer", sagt der 48-Jährige.

Ein Klick, und schon ist die Ware gekauft - auch wenn das Geld dafür eigentlich fehlt. "Manchmal kaufen Eltern sogar auf den Namen ihrer Kinder ein", erzählt Neuhaus.

Doch seit einigen Monaten treiben den Sauerländer Gerichtsvollzieher noch ganz andere Sorgen um: Neuhaus und seine Kollegen werden zunehmend mit Klagen und Drohbriefen überhäuft, vom Grundstück verwiesen, attackiert. "Früher hatten die Menschen noch Respekt vor uns", sagt Neuhaus, "heute werden die Schuldner viel schneller aggressiv. Die Gesellschaft hat sich geändert." In letzter Zeit häufen sich die Meldungen von Geiselnahmen und Anschlägen mit Todesfolge auf Gerichtsvollzieher. Auch Neuhaus selbst ist schon attackiert worden. Der Job wird härter.

Vielleicht auch ein Grund dafür, dass immer weniger junge Menschen Gerichtsvollzieher werden wollen. Die Situation verschärft sich durch Pensionierungswellen und steigende Krankenstände.

Dem wollen die Bundesländer jetzt mit einem verbesserten Ausbildungskonzept und einer Öffnung der Ausbildung entgegenwirken. Im Ausbildungszentrum für Gerichtsvollzieher in Monschau werden derzeit 129 Anwärter aus neun Bundesländern ausgebildet. Zum ersten Mal sind auch Quereinsteiger dabei - so wie Daniel Rambach, der früher in einer Kanzlei für Insolvenzrecht arbeitete. Seine Kollegin Stefanie Willing ist eine von aktuell 84 Frauen in der Ausbildung. Trotz steigender Aggressivität, trotz Dauerbelastung scheinen Frauen diesen Beruf reizvoll zu finden. In Monschau weiß man um die Gefahren: Anti-Aggressions- und Deeskalationstrainings haben inzwischen einen wichtigen Anteil am Unterrichtsstoff. Die Männer und Frauen hier wissen: Dort, wo sie in Zukunft unterwegs sein werden, kann sogar ein Kugelschreiber zur Waffe werden.

Die "ZDF.reportage" begleitet Gerichtsvollzieher im Alltag und in der Ausbildung. "Du weißt nie, was dich an der nächsten Haustür erwartet", sagt Frank Neuhaus. Und genau das macht die Arbeit als Gerichtsvollzieher für ihn und die Azubis trotz allen Ärgers zum spannendsten Job der Welt.

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