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Kanalhelden

Arbeiten im Abwasser

Wasser ist lebenswichtig – und trotzdem gehen wir recht leichtfertig damit um. Feuchttücher in die Toilette, das Öl aus der Pfanne in den Abfluss, und Essensreste spülen wir im Klo hinunter.

30 min
30 min
05.07.2021
05.07.2021
UT
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.07.2022

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Ist das Wasser erst einmal durch den Abfluss und zu Hause nichts verstopft, macht sich niemand groß Gedanken, was mit dem Abwasser eigentlich passiert, denn aus dem Hahn kommt ja immer wieder frisches Wasser. Dafür sorgen die Kanalhelden.

Kanalarbeiter und Industrietaucher

Installateur Sebastian Manteuffel und sein Team haben gut zu tun. Fast täglich werden sie zu einem Notfall gerufen. Entweder fließt in der Spüle das Wasser nicht ab, oder die Toilette ist verstopft. Manteuffel ist immer wieder erstaunt, was Leute ins Klo kippen und sich dann wundern, wenn kurz darauf alles verstopft ist.

Die Kanalarbeiter der Wirtschaftsbetriebe Mainz kennen die Probleme auch nur zu gut. Salim Habib und seine Kollegen der Abwassersammlung beim Mainzer Wirtschaftsbetrieb kümmern sich um circa 840 Kilometer Kanalnetz und sorgen dafür, dass das Wasser von jedem Ort in Mainz zur Kläranlage gelangt.

Durch Müll im Abwasser kommt es auf dem langen Weg zur Kläranlage immer wieder zu Verstopfungen. Wenn es hier hängt, wird es schnell unangenehm. Was er in den Kanälen findet, muss entfernt werden. "Man braucht nur in einem Wasserglas ein paar Feuchttücher, Haare, Öl und Dreck vermischen, das löst sich nicht auf, sondern es bildet sich ein kleiner Zopf. Genau dasselbe passiert auch in der Kanalisation. Nur da ist der Zopf auf einmal meterlang und kann ganze Pumpanlagen lahmlegen." Umso wichtiger ist die Reinigung. Egal ob bei Verstopfungen im privaten Bereich oder in der öffentlichen Kanalisation in Mainz.

Um Höhenunterschiede zu überwinden, gibt es an vielen Stellen in der Mainzer Unterwelt Pumpwerke. Und bei flach gelegenen Städten und wenig Regen im Sommer muss da auch mal mit großen Saugspülwagen nachgeholfen werden. Mit ihnen werden die Kanäle durchgespült, Kamera-Roboter helfen, Schäden und Störungen zu ermitteln. "Alles, was kein Abwasser ist, stört uns." Und was stört, ist ganz schön kurios: Neben Handtüchern, Unterhosen, Gebissen und Strümpfen haben seine Kollegen schon ganze Bettlaken, eine Betonplatte und eine scharfe Handgranate gefunden. Habibs Einsatz ist durchaus nicht ungefährlich, sein Blick geht immer wieder auf das Gaswarngerät.

Ein wichtiger Bestandteil eines Klärwerks ist der "Faulturm". Für dessen Reinigung sind Industrietaucher wie Siegfried Richter und seine Tochter Catharina zuständig. Die Aufgabe des Tauchteams: den Turm im laufenden Betrieb der Kläranlage zu reinigen. Ohne Industrietaucher müsste man den gesamten Klärschlamm ablassen – das würde die Anlage zwei bis vier Monate lang stilllegen. Die Taucher sind günstiger und schneller. In der warmen Masse entfernen sie Ablagerungen, alles wird ertastet. Die 30-jährige Catharina ist eine der ganz wenigen "Faulturm"-Taucherinnen. Der Job ist hart, aber sie liebt die Herausforderung.

Arbeiten im Abwasser, das machen die Kanalhelden, damit wir sauberes Wasser haben.

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