Mein erster Job im Ausland

Vom Abitur über Animation zur Wirtschaftskommunikation

Von der Schulbank auf die Showbühne: Marco Scholz (28), Diplomand an der Universität der Künste Berlin, lässt sich kurz vor seinem Abitur 2002 auf Mallorca zum Animateur ausbilden. Drei Monate lang sorgt er für gute Laune bei den Hotelgästen. Heute blickt er auf seinen ersten Schülerjob im Ausland zurück. Was hat es gebracht?

Während seine Mitschüler die Ferien vor der Abi-Prüfung zum Lernen nutzen, will der damals 19-jährige Marco Scholz einfach mal raus aus dem Schulalltag. Ein Nachbar bringt ihn auf die Idee, sich bei einem Casting für angehende Animateure eines Reiseveranstalters anzumelden. Und tatsächlich: Marco zählt am Ende zu den insgesamt 80 jungen Menschen, die an der Animateursausbildung teilnehmen dürfen. "Die Tourismusbranche hat mich schon immer fasziniert - es ist eine Mischung aus Landeskunde, Theater und Psychologie. Genau das Richtige für mich", denkt Marco.

Nach dem vierwöchigen Kurs geht es erst einmal zurück ins graue Deutschland: Abitur schreiben. Doch direkt nach der Prüfung tritt er seinen ersten Job im Ausland an: als Animateur in einer Clubanlage in Cala Millor auf Mallorca. Er bekommt ein gutes Gehalt und kann im Hotel wohnen. Seine Aufgabe als Animateur ist es, die Hotelgäste bei Laune zu halten. Marcos Tag beginnt früh und endet dann, wenn der letzte Gast zufrieden auf seinem Zimmer verschwunden ist. Dann erst sind die Animateure aus allen Herren Länder unter sich. "Es war schon lustig, wie wir dann die Dorfdiscos mit kleinen Choreographie-Showeinlagen aufmischen konnten. Das war so ein bisschen wie Militär auf Freigang", schmunzelt der Berliner heute, sieben Jahre später.

Nach dem Spaß etwas Handfestes

Im darauf folgenden Sommer arbeitet Marco in einem großen, internationalen Team aus Animateuren. Dann merkt er, dass ihn diese Art von Arbeit auf Dauer nicht glücklich macht. "Es kann nicht jeder rund um die Uhr gute Laune haben", sagt er. Marco geht zurück nach Berlin, macht eine kaufmännische Ausbildung, "etwas Handfestes".


Heute ist er fast fertig mit seinem Studium der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation. "Die Arbeit in Cala Millor hat mich auf jeden Fall im Umgang mit Menschen sensibilisiert - und das ist wichtig, wenn man wie ich in der Kommunikations- und Marketingbranche unterwegs sein will", sagt Marco heute. Die Erfahrung als Animateur will er nicht missen.

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