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Minijobber in Not - Armutsfalle Shutdown

Rund 4,4 Millionen Deutsche sind auf das Einkommen aus dem Minijob angewiesen, sie haben keine andere Arbeit. Darunter Alleinerziehende, Rentner und viele Studierende.

Videolänge:
30 min
Datum:
28.03.2021
:
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 28.03.2022

Aktuelle Reportagen

"ZDF.reportage: Die Aufpasser- Das Geschäft mit der Sicherheit": Im Vordergrund steht der Sicherheitsmann an einem Schild und blickt in die Kamera. Eine Kundin mit Einkaufswagen fährt in der Unschärfe vorbei.

ZDF.reportage - Die Aufpasser 

  • Untertitel

Die Corona-Pandemie hat die erfolgsverwöhnte Sicherheitsbranche kräftig durchgeschüttelt. Discos, Messen, Volksfeste - viele klassische Aufträge sind weggebrochen.

21.03.2021
Videolänge
30 min Doku

Doch die Pandemie hinterlässt auch hier ihre Spuren. Seit dem Frühjahr 2020 sind allein im prekär beschäftigten Umfeld mehr als 850 000 Minijobs weggefallen. Neue Jobs werden kaum angeboten, denn viele Unternehmen wissen nicht, wie sie durch die Krise kommen.

Kein kleiner Nebenverdienst

Besonders hart trifft die Corona-Krise 450-Euro-Jobber wie Djamila Kordus. Die Alleinerziehende musste sich von einem Tag auf den anderen um ihre kleine Tochter kümmern, weil die Kinderbetreuung in der Schule wegbrach. Sie konnte ihre Schichten in der Altenpflege deshalb nicht mehr erfüllen und verlor ihren Minijob. Die Berlinerin kann jetzt mit ihrem Gehalt als Lageristin kaum die Miete und die Lebenshaltungskosten aufbringen. Der Spagat zwischen notwendiger Sparsamkeit und dem Wunsch, ihrer Tochter Träume zu erfüllen, belastet Djamila sehr. Als Alleinerziehende muss sie vor allem eins sein: Überlebenskünstlerin. Denn eine Chance auf einen neuen Minijob hat sie, inmitten der Pandemie, kaum.

Für viele ist der 450-Euro-Job kein kleiner Nebenverdienst, auf den sie locker verzichten können. Er ist zum Überleben notwendig. Teresa aus Osnabrück bangt deshalb um ihr Studium. Die 26-Jährige hat ihre beiden Minijobs durch den zweiten Lockdown im November 2020 verloren. Jetzt bleiben ihr nach Abzug von Miete und Studiengebühren nur knapp 200 Euro monatlich zum Leben. Ihr pensionierter Vater versucht, so gut es geht zu helfen, doch ohne Zuverdienst geht es nicht. Die Situation ist für Teresa belastend – ihr Lebensentwurf ist bedroht.

Die Krise trifft auch die vierköpfige Familie Korff-Braun aus Frielenburg bei Kassel. Vater Claudio arbeitet glücklicherweise Vollzeit als Koch in einem Seniorenheim; doch sein zweites Standbein, den eigenen Catering-Service, musste der 51-Jährige schließen. Er hatte erst im März 2020 in einer Scheune eine Küche und einen Raum für Feste ausgebaut. Dann kam der erste Lockdown. Seitdem läuft im Bereich Catering nichts mehr, allein das reißt schon eine Lücke in die Haushaltskasse. Hinzu kommt, dass Susanne Braun als Heiltherapeutin keine Kunden mehr empfangen kann und nur noch telefonische Beratungen machen darf. Zurzeit verkauft sie nebenbei auf Provisionsbasis für eine Firma Küchengeräte. Die 50-Jährige hatte in ihrem Leben schon bis zu neun Jobs gleichzeitig, um über die Runden zu kommen. Auch der Corona-Krise will die Multijobberin trotzen: Aufgeben kommt für Susanne nicht infrage.

Eine "ZDF.reportage" über Minijobber in der Armutsfalle.

Aufgeben kommt nicht infrage

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