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Ohne geht’s nicht

Europäische Arbeitnehmer in Deutschland

von Albert Knechtel

Europa wählt am 26. Mai. Und unser Wohlstand hat viel mit Europa zu tun. Die deutsche Volkswirtschaft ist auf Arbeitnehmer aus der EU und anderen Ländern der Welt angewiesen.

Beitragslänge:
30 min
Datum:
Sprachoptionen:
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 10.08.2020

Das Schnitzel auf unserem Teller stammt von einem Schwein, das vermutlich ein "Ausländer" geschlachtet hat. Die Fleischverarbeitungsbranche hat, laut der Bundesagentur für Arbeit, mit etwa 40 Prozent den höchsten Ausländeranteil an Arbeitskräften in Deutschland.

Daniela Reim kümmert sich in Niedersachsen um die Wanderarbeiter, die in der Fleischindustrie und in vielen anderen Branchen vorübergehend eingesetzt werden. Mit einem Transporter fährt sie übers flache norddeutsche Land und setzt sich für diese Menschen ein, erklärt ihnen ihre Rechte und hört ihre Probleme: "Ich kenne Fleischereien und Schlachthöfe, in denen 90 Prozent Ausländer, vor allem Osteuropäer, arbeiten." Meist für den Mindestlohn von 9,19 Euro die Stunde.

Friedrich Heimerer hat im Kosovo eine private Fachhochschule gegründet, die Pflegepersonal für den deutschen Arbeitsmarkt ausbildet. "Uns laufen die Klinik- und Pflegeheimbetreiber aus Deutschland seit zwei Jahren die Tür ein", sagt Heimerer. Der Pflegenotstand in Deutschland hat in Ländern wie dem Kosovo zu einem Ausbildungsboom geführt. 1500 Kosovaren studieren an Heimerers Schule - wohl die Hälfte davon geht dann als Pflegekraft nach Deutschland.

Thomas Süß hat eine Baufirma in Leipzig. Er ist gelernter Ofensetzer und Fliesenleger. Fachkräfte zu finden, sei eine Qual heutzutage. Er muss Subunternehmer aus Polen und Portugal beschäftigen, denn die Branche boomt.

Eva Fenu ist Frühstückshostess im Fünf-Sterne-Plus-Grand-Hotel in Frankfurt am Main. Mit 18 Jahren kam sie nach Deutschland, inzwischen fühlt sich die 40-Jährige hier heimischer als in ihrem Geburtsland Tschechien. Ihr Boss heißt Spiridon Sarantopoulos. Der Sohn griechischer Gastarbeiter leitet den "Frankfurter Hof". "Unsere etwa 300 Mitarbeiter kommen aus 42 Nationen", sagt der geborene Münchner. Und: "Dienstleistung liegt den Deutschen nicht so sehr im Blut wie Ingenieurskunst." Da sei die Herzlichkeit der Südeuropäer gefragt.

Vier Beispiele aus vier den am stärksten betroffenen Branchen, die zeigen: Ohne ausländische Arbeitnehmer geht's nicht!

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