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Pfusch am Bau - Abenteuer Eigenheim

Film von Oliver Koytek und Jochen Schulze

Bauen boomt. Angesichts horrender Mieten in den Innenstädten erscheint vielen das eigene Heim im Umland als attraktive Lösung. Doch für einige endet das "Abenteuer Eigenheim" im Ruin.

30 min
30 min
29.12.2020
29.12.2020
UT
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 11.10.2021

Denn den Häuslebauern fehlt oft jede Erfahrung. Mängel und Murks können sie häufig erst erkennen, wenn es zu spät ist. Und dann ist guter Rat teuer – und Recht bekommen auch.

IT-Spezialist Dirk A. hatte sich auf seinen Reisen durch die USA und Kanada in den amerikanischen Baustil verliebt. Auch seiner Frau Maria gefielen die gemütlichen und geräumigen Holzhäuser mit ihren großen Veranden. 2018 wollte die Familie eigentlich in ihr neues Heim nahe Leipzig einziehen können. Doch es kam ganz anders: Zwei Jahre später befindet sich ihr Wunschhaus immer noch im Rohbau. Bis heute sind rund 340 000 Euro in ein Bauvorhaben geflossen, das absehbar nicht bewohnbar ist. Zusätzliche 191 000 Euro würde es laut Gutachter kosten, die Mängel zu beseitigen und das Haus fertigzustellen. Das Traumhaus wurde zum Albtraumhaus. Maria und Dirk A. wünschen sich heute, sie hätten sich auf das Abenteuer Eigenheim niemals eingelassen. "Jeder Besuch auf der Baustelle ist wie ein Stich ins Herz. Wenn es nicht auch um das Zuhause für unsere Kinder ginge, hätten wir schon längst aufgegeben."

Eugenie und Alexander S. aus Rheinland-Pfalz wollten auf Nummer sicher gehen und Stress beim Hausbau auf jeden Fall vermeiden. Deshalb entschied sich das Paar mit zwei Kleinkindern für ein Fertighaus. Doch nach dem Einzug kam das böse Erwachen. Das Gebäude senkt sich zur Gartenseite - langsam und unerbittlich um inzwischen 15 Zentimeter in drei Jahren. "Die Wände wölben sich inzwischen sichtbar. Und wenn mein Vierjähriger im Wohnzimmer mit seinem Ball spielt, rollt der unweigerlich Richtung Terrasse", klagt Eugenie S. Mehrere Bausachverständige haben Baumängel bestätigt, die zur Absenkung führen. Die ganze Statik droht sich zu verschieben. Doch die ausführenden Firmen fühlen sich nicht zuständig. Alexander S. ist verzweifelt: "Uns droht das Haus einzustürzen, doch niemand will die Verantwortung dafür übernehmen!"

Manuela Reibold-Rolinger, Fachanwältin für Baurecht, kennt die beiden Fälle und viele mehr. Sie sagt: Die meisten Bauherren bräuchten eigentlich dringend von Anfang an Unterstützung. Erfahrene Ratgeber, Sachverständige, die sie durch die gesamte Bauphase begleiten. Doch die meisten jungen Bau-Auftraggeber hätten wenig Geld und sparten leider oft an der falschen Stelle. Durch die fehlende Kontrolle der einzelnen Bauabschnitte falle es den Baufirmen mit ihren vielen Subunternehmern leicht, die Verantwortung für Schäden von sich wegzuschieben.

Die "ZDF.reportage" unterwegs zu Bauherren und -herrinnen, deren Traum vom schönen Wohnen erst mal zerplatzt ist.

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